ArchivDeutsches Ärzteblatt23-24/2019Irmgard Landgraf: Vernetzt Arbeiten für mehr Sicherheit in der Pflege

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Irmgard Landgraf: Vernetzt Arbeiten für mehr Sicherheit in der Pflege

Dtsch Arztebl 2019; 116(23-24): A-1193 / B-985 / C-973

Krüger-Brand, Heike E.

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Irmgard Landgraf, Foto: privat
Irmgard Landgraf, Foto: privat

Um die ärztliche Versorgung von Pflegeheimbewohnern zu verbessern, hat sich die Berliner Internistin Dr. med. Irmgard Landgraf (66) über eine elektronische Pflegeheimakte digital mit den von ihr betreuten Pflegeheimen vernetzt. Die Ergebnisse dieser jahrelangen Zusammenarbeit hat sie 2017 in ihrer Dissertation aufbereitet und dabei nachgewiesen, dass sich dadurch Fehler bei der Medikamentenversorgung weitestgehend vermeiden lassen. Das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) hat Landgraf dafür am 9. Mai mit dem Deutschen Preis für Patientensicherheit 2019 ausgezeichnet. Hier werde eindeutig belegt, dass die so betreuten Pflegeheimbewohner weniger Medikamente erhielten, seltener ins Krankenhaus müssten und eine höhere Lebenserwartung sowie mehr Lebensqualität hätten, so die APS-Vorsitzende Hedwig François-Kettner bei der Preisverleihung.

Landgraf hat schon 2001 ein Modell entwickelt, das über eine E-Pflegeakte ermöglicht, auch mehr als Hundert multimorbide Bewohner sicher zu versorgen. „Die Akte enthält neben den üblichen Dokumentationsfeldern auch Kommunikationsmodule“, erläutert sie. In dieses Feld können die Pflegekräfte alle auffälligen gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Heimbewohners eintragen. Die Hausärztin wählt sich von ihrer Praxis aus in die Pflegeheimsoftware ein und kann schnell auf diese Einträge reagieren. Außerdem nutzt sie die Akte zur regelmäßigen Kontrolle der Behandlungsverläufe, koordiniert Untersuchungen und bereitet die wöchentlichen Visiten vor. So wird die Zeit vor Ort geringer und die Effektivität größer. Heike E. Krüger-Brand

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