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Dtsch Arztebl 2019; 116(23-24): A-1188

Eckert, Nadine; RF; LB

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Einschränkung der Anwendung von Xeljanz® Vorläufige Ergebnisse einer klinischen Studie bei Patienten mit rheumatoider Arthritis zeigen ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Lungenembolien und eine erhöhte Mortalität unter der Gabe von 2-mal täglich 10 mg Tofacitinib (Xeljanz®, Pfizer).

Bis zum Abschluss einer Nutzen-Risiko-Bewertung durch die EMA gilt Tofacitinib 2-mal täglich 10 mg als kontraindiziert bei Patienten mit Herzinsuffizienz, tiefer Venenthrombose oder Lungenembolie in der Vorgeschichte, erblicher Gerinnungsstörung oder Krebs, bei Anwendung kombinierter hormoneller Kontrazeptiva oder einer Hormonersatztherapie sowie bei Patienten, die sich einem größeren chirurgischen Eingriff unterziehen. Weitere Risikofaktoren wie Lebensalter, Adipositas, Nikotinkonsum und Immobilisation sollen bei der Bewertung des Lungenembolie-Risikos in Betracht gezogen werden.

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Ärzte werden daran erinnert, bei Patienten mit rheumatoider Arthritis oder Psoriasis-Arthritis die zugelassene Dosis von 5 mg 2-mal täglich einzuhalten. Patienten mit erhöhtem Risiko für Lungenembolien, die bereits mit Tofacitinib 2-mal täglich 10 mg behandelt werden, sollen auf eine alternative Therapie umgestellt werden. nec

Quelle: Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) Drug Safety Mail 32-2019

Kein DOAK bei Antiphospholipid-Syndrom – Apixaban (Eliquis®, Bristol-Myers Squibb), Dabigatranetexilat (Pradaxa®, Boehringer Ingelheim), Edoxaban (Lixiana®/Roteas®, Daiichi Sankyo) und Rivaroxaban (Xarelto®, Bayer) sind bei Patienten mit Antiphospholipid-Syndrom nicht empfehlenswert, insbesondere nicht bei Hochrisikopatienten, die in allen 3 Antiphospholipid-Tests (Lupus-Antikoagulans, Anti-Cardiolipin-Antikörper, Anti-Beta-2-Glykoprotein-1-Antikörper) positiv getestet wurden. Bei Patienten mit Antiphospholipid-Syndrom (insbesondere Hochrisikopatienten), die zurzeit mit DOAK zur Prävention thromboembolischer Ereignisse behandelt werden, sollte die Fortführung der Behandlung geprüft und eine Umstellung auf Vitamin-K-Antagonisten erwogen werden.

Die Empfehlung basiert auf den Ergebnissen einer randomisierten Studie, in der die Anwendung von Rivaroxaban bei Patienten mit Thrombose in der Vorgeschichte, bei denen ein Antiphospholipid-Syndrom diagnostiziert wurde, gegenüber Warfarin mit einem erhöhten Risiko für rezidivierende thrombotische Ereignisse assoziiert war. nec

Quelle: Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) Drug Safety Mail 31-2019

Haemocomplettan® und Riastap® in den Kühlschrank – Bei einer routinemäßigen Stabilitätsprüfung von Chargen der humanen Fibrinogene Haemocomplettan (1 g und 2 g, CSL Behring) und Riastap (1 g, CSL Behring) sind nach der Rekonstitution des Produkts weiße Flocken aufgetreten. Die Chargen haben alle anderen Testparameter bestanden und es hat sich bestätigt, dass die Flocken aus Fibrinogen und Albumin bestehen – beide Bestandteile des Produkts. Bei der Verwendung gemäß Gebrauchsinformation besteht weder ein Mangel an Wirksamkeit noch ein Sicherheitsrisiko für Patienten. Die beiden humanen Fibrinogene sollen dennoch mit sofortiger Wirkung im Kühlschrank bei 2 °C bis 8 °C gelagert werden. Rekonstituiertes Produkt sollte vor der Anwendung auf Partikel und Verfärbungen visuell überprüft werden. nec

Quelle: Mitteilung von CSL Behring vom 28. Mai 2019

EASEE® bei pharmakoresistenter Epilepsie – Jeder 3. Epileptiker spricht nicht auf die Therapie an. Folge: Die Lebensqualität leide und auch kognitive Beeinträchtigungen nähmen im Laufe der Zeit zu, wie Prof. Dr. med. Andreas Schulze-Bonhage, Freiburg, erklärte. Mit EASEE® wurde nun ein neuartiges Stimulationsverfahren vorgestellt, das sich aktuell in der klinischen Testphase befindet. Das Besondere an dieser Art der Neuromodulation ist die minimalinvasive, vollständig reversible, transkranielle Integration der Plättchen-Elektroden. Diese werden anatomisch genau über das epileptische Zentrum gelegt und stimulieren durch die Kombination zweier klinisch bereits erfolgreicher Muster optimal. Alle 2 Minuten wird ein Impuls über 500 ms abgegeben, zusätzlich 1-mal täglich ein langer Impuls über 20 Minuten. Schulze-Bonhage: „Wir gehen davon aus, dass vor allem Patienten mit fokaler Epilepsie und unzureichendem Ansprechen auf Anti-epileptika, für die ein chirurgischer Eingriff keine Option darstellt oder die diesen ablehnen, von der neuen Methode profitieren können.“ lb

Quelle: „Leichter leben mit Epilepsie“ – ESEE®-Innovationsforum, Basel, 7. Mai 2019; Veranstalter: Precisis

Enstilar®-Sprühschaum als Erst-linienpräparat – Die topische Behandlung der Psoriasis vulgaris hat nach wie vor einen hohen Stellenwert im Praxisalltag. Nun hat die PsoNet-Sprecherkonferenz einen übersichtlichen neuen Behandlungspfad zur topischen Therapie bei Psoriasis vulgaris erarbeitet (Körber A, et al.: J Dtsch Dermatol Ges 2019; 17 Suppl 4: 3–14). Darin wird eine Bewertung der aktuell verfügbaren Topika vorgenommen.

Aufgrund der vorteilhaften Galenik wird die Fixkombination aus Calcipotriol und Betamethason Dipropionat (Cal/Bet) in Form eines Sprühschaums (Enstilar®) 1-mal täglich als Erstlinienpräparat empfohlen. „Wir wissen, dass die pharmakokinetischen Eigenschaften eines Topikums maßgeblich durch die Galenik bestimmt werden“, so Prof. Dr. med. Matthias Augustin, UKE Hamburg. Als weitere Neuerung wird eine proaktive Therapie empfohlen: Nach einer erfolgreichen Initialtherapie sollte zur langfristigen Krankheitskontrolle die Cal/Bet-Fixkombination weiterhin 1- bis 2-mal wöchentlich angewendet werden. rf

Quelle: Satellitensymposium „PsoWhat? – Noch mehr Versorgungsqualität“, Berlin, 2. Mai 2019; Veranstalter: Leo Pharma

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