ArchivDeutsches Ärzteblatt23-24/2019Ausländische Berufsabschlüsse: Grundsätzlich drittes Staatsexamen angemahnt

DEUTSCHER ÄRZTETAG

Ausländische Berufsabschlüsse: Grundsätzlich drittes Staatsexamen angemahnt

Dtsch Arztebl 2019; 116(23-24): A-1176 / B-972 / C-960

Krüger-Brand, Heike E.

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Der 122. Deutsche Ärztetag hat seine Forderung aus dem vergangenen Jahr bekräftigt, dass Ärzte aus Drittstaaten (Nicht-EU-Ländern) „grundsätzlich“ ein drittes Staatsexamen absolvieren müssen, bevor sie in Deutschland beruflich tätig werden können. Auf diese Formulierung haben sich die Delegierten in einer zweiten Lesung verständigt. Den Wunsch nach einer schärferen Formulierung, dass ein drittes Staatsexamen „zwingend“ Voraussetzung für ausländische Ärzte aus Drittstaaten sein soll, um in Deutschland arbeiten zu dürfen, hatten die Delegierten zwar zunächst beschlossen, dann letztlich aber doch abgelehnt. Vorausgegangen war eine hitzige Debatte. „Der Zustand mit den Kenntnis- und Sprachprüfungen bei den ausländischen Kollegen kann so nicht bleiben“, hatte Dr. med. Simone Heinemann-Meerz, Präsidentin der Ärztekammer Sachsen-Anhalt, erklärt. Man könne Urkunden im Ausland kaufen und niemand könne bewerten, ob eine Urkunde echt sei oder nicht. Der Kenntnisstand müsse mit einer Prüfung kontrolliert werden, die für alle gleich sei. Rudolf Henke, Präsident der Ärztekammer Nordrhein, hatte vehement davor gewarnt, das Staatsexamen als ausschließlichen Weg zur Approbation festzulegen. Das mache ein Gleichwertigkeitsverfahren unmöglich und bringe damit ein tiefes Misstrauen in alle Anerkennungen zum Ausdruck, die für Ärzte aus dem Nicht-EU-Ausland in den vergangenen Jahren erteilt worden seien, argumentierte er. Die Delegierten verlangten zudem, ein bundesweites Register von Ärzten mit nicht bestandenen Kenntnisprüfungen zu etablieren. Grund sei ein fehlender Datenaustausch zwischen den zuständigen Stellen. KBr

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