ArchivDeutsches Ärzteblatt23-24/2019Antibiotika: Produktion sollte wieder in Europa stattfinden

DEUTSCHER ÄRZTETAG

Antibiotika: Produktion sollte wieder in Europa stattfinden

Dtsch Arztebl 2019; 116(23-24): A-1173 / B-969 / C-957

Osterloh, Falk

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Über den Einsatz eines Biosimilars muss der Arzt entscheiden, findet der 122. Deutsche Ärztetag. Foto: Jürgen Gebhardt
Über den Einsatz eines Biosimilars muss der Arzt entscheiden, findet der 122. Deutsche Ärztetag. Foto: Jürgen Gebhardt

Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) soll die Sicherstellung der Versorgung mit Antibiotika durch eine Rückverlegung der Wirkstoffproduktion nach Europa gesetzgeberisch unterstützen. Das haben die Delegierten des 122. Deutschen Ärztetages beschlossen. Derzeit finde die Produktion von Antibiotika und deren Wirkstoffen zu einem großen Teil in Schwellenländern statt, wo sie auf wenige Standorte konzentriert sei. Komme es dort zu hygienischen oder technischen Problemen, stehe die Versorgungssicherheit auf dem Spiel. „In Europa ist eine hochwertige Produktion unter Einhaltung aller notwendigen Qualitäts- und Umweltaspekte möglich“, betonten die Abgeordneten. Zudem sollten alle Produzenten und Zulieferer umgehend ihre Qualitäts- und Umweltaspekte darlegen, damit diese überprüft werden können. Darüber hinaus hat sich der Ärztetag gegen eine automatische Substitution von Biosimilars in der Apotheke gerichtet. Eine entsprechende Regelung plant das BMG in das Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV) aufzunehmen, das sich derzeit im parlamentarischen Verfahren befindet. Konkret ist vorgesehen, dass Apotheker – nach einer Vorlaufzeit von drei Jahren – Biosimilars in der Apotheke austauschen können, wenn der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) dies in seinen Richtlinien für das entsprechende Arzneimittel vorgesehen hat. „Biosimilars können einen wichtigen Beitrag zur Versorgung der Patienten mit biologischen Arzneimitteln und zur Kostenreduktion im solidarisch finanzierten Gesundheitssystem leisten“, erklärten die Abgeordneten. „Die Entscheidung zum Einsatz eines Biosimilars muss aber der behandelnde Arzt treffen.“ Nur so sei sicherzustellen, dass weder die Patientensicherheit, die Adhärenz noch der Therapieerfolg aus ökonomischen Gründen kompromittiert würden. fos

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.