ArchivDeutsches Ärzteblatt23-24/2019Jürgen Popp: Schnelltest für die Diagnostik von Infektionen

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Jürgen Popp: Schnelltest für die Diagnostik von Infektionen

Richter-Kuhlmann, Eva

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Jürgen Popp, Foto: Sven Döring Leibniz-IPHT
Jürgen Popp, Foto: Sven Döring Leibniz-IPHT

Prof. Dr. rer. nat. Jürgen Popp (53), wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Institutes für Photonische Technologien (IPHTF) in Jena, nahm Mitte Mai in Berlin stellvertretend für sein Forscherteam den Ralf-Dahrendorf-Preis für den Europäischen Forschungsraum von Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) entgegen. Die Bundesregierung würdigte damit das Forschungsprojekt HemoSpec, ein laserbasiertes Verfahren, mit dem Bakterien und ihre Resistenzen schnell und direkt diagnostiziert werden können. „Wir freuen uns sehr, dass die Politik nicht nur unsere Forschung anerkennt, sondern uns ermutigt und unterstützt, unsere Ergebnisse den Bürgern nahezubringen“, sagte Popp. Ziel sei es, ein Bewusstsein dafür schaffen, wie Forschung zur Anwendung kommt.

Der vom IPHTF entwickelte Test ermöglicht es Ärzten, innerhalb von drei Stunden Bakterienstämme zu identifizieren und Infektionen somit zielgenau zu therapieren – ohne eine Resistenzentwicklung zu begünstigen. Zum Einsatz kommen kann er bei lebensbedrohlich erkrankten Patienten auf Intensivstationen. Der Schnelltest kann künftig aber auch Ärzten auf dem Land, die nicht zeitnah auf die Expertise einer Klinik zurückgreifen können, zu einer präzisen Diagnose verhelfen.

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Popp studierte Chemie in Erlangen und Würzburg und leitet seit 2002 das Institut für Physikalische Chemie der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Darüber hinaus koordiniert er unter anderem das Europäische Exzellenznetzwerk Photonics 4Life. Dr. med. Eva Richter-Kuhlmann

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