ArchivDeutsches Ärzteblatt23-24/2019Deutscher Ärztetag 2020: Klimawandel wird thematisiert

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Deutscher Ärztetag 2020: Klimawandel wird thematisiert

Dtsch Arztebl 2019; 116(23-24): A-1162 / B-960 / C-948

Maybaum, Thorsten

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Die Fridays-for-Future-Bewegung hat dafür gesorgt, dass der Klimawandel immer mehr Beachtung erhält. In den vergangenen Monaten hatten sich Ärzte und Medizinstudierende bereits auf die Seite der Klimaaktivisten geschlagen. Nun macht sich auch der Deutsche Ärztetag das Thema zu eigen.

Für mehr Engagement beim Klimaschutz haben sich Ärzte und Medizinstudierende vor der Halle Münsterland eingesetzt. Foto: Thorsten Maybaum
Für mehr Engagement beim Klimaschutz haben sich Ärzte und Medizinstudierende vor der Halle Münsterland eingesetzt. Foto: Thorsten Maybaum

Das Thema „Klimawandel und Gesundheit“ wird im kommenden Jahr beim 123. Deutschen Ärztetag in Mainz zu einem „prominenten Schwerpunktthema“. Das hat der Deutsche Ärztetag in Münster beschlossen. „Übereinstimmend wird der Klimawandel als eine der zentralen Gesundheitsfragen des 21. Jahrhunderts anerkannt“, heißt es in der Begründung zu dem Antrag (Ib 22). Der Klimawandel habe bereits jetzt ernsthafte Auswirkungen auf das menschliche Leben und die Gesundheit. Die meisten Klimaschutzmaßnahmen gingen zudem mit erheblichen Vorteilen für die Gesundheit einher. Die Antragsteller wiesen auch darauf hin, dass der Weltärztebund bereits im Oktober 2017 in seiner Declaration On Health and Climate Change die nationalen Ärzteverbände dazu aufgerufen habe, Klimawandel und Gesundheit als prioritäre Aufgabe auf ihre Agenda zu setzen. „Diesem Aufruf sollte auch der Deutsche Ärztetag Rechnung tragen“, heißt es.

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Der Antrag war unter anderem von den Mitgliedern des Bundes­ärzte­kammervorstandes, Dr. med. Martina Wenker, Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen, und Dr. med. Wolfgang Miller, Präsident der Lan­des­ärz­te­kam­mer Baden-Württemberg, sowie den Delegierten Katharina Thiede (Berlin) und Dr. med. Robin Maitra (Baden-Württemberg) und weiteren eingereicht worden. Thiede und Maitra hatten bereits kurz vor der Eröffnung mit einer Aktion der Initiative Doctors for Future, an der sich auch der Arzt und Medizinjournalist Eckart von Hirschhausen beteiligte, dazu aufgerufen, sich verstärkt für den Klimaschutz einzusetzen. Die Erderwärmung mit Hitze- und Flutkatastrophen, Hungersnöten und Extremwetterereignissen bedrohe die Gesundheit von Menschen auf der ganzen Welt. Dazu beitragen würden insbesondere die Bedrohung der Nahrungsressourcen durch Trockenheit und Überschwemmung, die rasante Abnahme der Biodiversität, Luftverschmutzung, Wasserknappheit und Hitzestress, begründet die Initiative. „Als Ärztinnen und Ärzte sind wir die Spezialisten für Krankheit und Gesundheit der Menschen, denen die Bevölkerung vertraut. Wir müssen uns als Ärzteschaft deshalb beharrlich und vernehmbar in den gesellschaftlichen Diskurs zur Erd-erhitzung einbringen“, heißt es in einem Flyer, den Doctors for Future vor der Halle Münsterland verteilten. Ärzte seien angehalten, die Bedeutung des Klimaschutzes in Gesprächen mit Patienten anzusprechen. Doctors for Future riefen den 122. Deutschen Ärztetag dazu auf, „ein deutliches und vernehmbares Zeichen für den Klimaschutz“ zu setzen.

Die Mediziner unterstützen dabei die Fridays-for-Future-Initiative von Schülern für den Klimaschutz. Die Organisatoren stellen seit Monaten Schulstreiks für den Umweltschutz auf die Beine. Unterstützung gab es bereits von der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit, einem Netzwerk aus Gesundheitsberufen und Patientenvertretern, sowie der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd).

Eine Reihe von weiteren Anträgen, die sich mit dem Thema Klimaschutz und Gesundheit befassten, wurde zur Vorbereitung auf den nächsten Deutschen Ärztetag an den Vorstand der Bundes­ärzte­kammer überwiesen. Dieser will sich bis zum kommenden Jahr damit befassen. Thorsten Maybaum

Zum Antrag Ib 22: http://daebl.de/CA81

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