ArchivDeutsches Ärzteblatt23-24/2019Randnotiz: Manche mögen‘s heiß

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Randnotiz: Manche mögen‘s heiß

Dtsch Arztebl 2019; 116(23-24): A-1141 / B-941 / C-929

Gießelmann, Kathrin

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Bei der nächsten Matheklausur sollten Lehrer und Dozenten die Raumtemperatur auf mindestens 30 Grad Celsius (°C) hochregulieren. Dann würden sich Schülerinnen und Studentinnen nicht nur wohler fühlen – ihre Kopfrechenleistung könnte an das Niveau der männlichen Mitstreiter heranreichen. Dieses Fazit folgt aus einer Studie, die kürzlich in Plos One publiziert wurde. Die Forscher hatten mit mehr als 500 Studierenden aus Deutschland Logik-, Mathematik- und Sprachtests durchgeführt. Diese fanden bei einer Raumtemperatur von 16,2 bis 32,6 °C statt. Für korrekt gelöste Aufgaben gab es eine Bargeldprämie. Wurde es im Raum wärmer, fiel den Studentinnen das Addieren leichter. Pro Grad Celsius lösten sie 1,76 Prozent mehr Rechenaufgaben korrekt. Die Wärme vermochte auch, das Wortfindungsvermögen der Frauen anzuregen. Es galt, innerhalb von fünf Minuten aus zehn Buchstaben so viele Wörter wie möglich zu bauen. Männer lies die Wärme hingegen kalt. Zwar schienen sie auf den ersten Blick von niedrigeren Temperaturen zu profitieren – der Zusammenhang war jedoch nicht signifikant. Beim logischen Denken schnitten Männer durchweg besser ab als Frauen. Von höheren Temperaturen profitierte hier niemand. Wer jetzt dennoch denkt, im Arbeitszimmer dauerhaft für Temperaturen über 30 °C sorgen zu müssen, sei gewarnt. Denn das Experiment hat nur eine Stunde gedauert. „In längeren Studien könnte die Hitze zu viel werden“, sagte die Autorin Dr. rer. pol. Agne Kajackaite vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung. Diese Heizkosten sollte man sich also besser sparen, das schont auch die Umwelt.

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