ArchivDeutsches Ärzteblatt23-24/2019Pflege: Fachkräftegewinnung braucht mehr Anstrengungen

DEUTSCHER ÄRZTETAG

Pflege: Fachkräftegewinnung braucht mehr Anstrengungen

Dtsch Arztebl 2019; 116(23-24): A-1174 / B-970 / C-958

Osterloh, Falk

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Mit den Pflegepersonaluntergrenzen setzten sich die Delegierten in Münster kritisch auseinander. Foto: Jürgen Gebhardt
Mit den Pflegepersonaluntergrenzen setzten sich die Delegierten in Münster kritisch auseinander. Foto: Jürgen Gebhardt

Um Pflegekräfte, die derzeit in anderen Berufen arbeiten, wieder für die Patientenversorgung zu gewinnen, sind größere Anstrengungen notwendig. Mit diesem Appell hat sich der 122. Deutsche Ärztetag an die Politik gerichtet. Gefordert wurde eine Ausbildungsoffensive für Pflegekräfte sowie eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen und der Vergütung in der Pflege. Hintergrund sind die zum Jahresbeginn eingeführten Pflegepersonaluntergrenzen für Intensivmedizin, Kardiologie, Geriatrie und Unfallchirurgie. Zwar sei die Einführung dieser Untergrenzen zu begrüßen, erklärten die Abgeordneten. Die bei Nichteinhaltung der Grenzwerte vorgesehenen Sanktionsmechanismen führten derzeit aber dazu, dass in versorgungssensiblen Bereichen wie Intensivstationen Betten geschlossen würden. Denn das Pflegepersonal, das zur Einhaltung der Untergrenzen benötigt werde, sei auf dem Markt nicht verfügbar. Zudem werde beobachtet, dass ausgebildetes Personal innerhalb der Kliniken in die von den Personaluntergrenzen betroffenen Bereiche verschoben werde und dann an anderer Stelle Versorgungsengpässe mit teils kritischen Zuständen entständen, zum Beispiel bei der Dialyse. Kliniken würden die Anzahl verfügbarer Betten künftig nicht am Patientenbedarf, sondern der Verfügbarkeit des vorgeschriebenen Pflegepersonals ausrichten. Deshalb müsse mehr getan werden, um Pflegekräfte zurückzugewinnen. fos

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