ArchivDeutsches Ärzteblatt23-24/2019Operationen: Krankenhäuser missachten Mindestmengen

AKTUELL

Operationen: Krankenhäuser missachten Mindestmengen

Dtsch Arztebl 2019; 116(23-24): A-1142 / B-942 / C-930

Hillienhof, Arne; dpa

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Ein Viertel der Kliniken, die Mindestmengeneingriffe durchführen, gaben der Analyse zufolge 2017 unvollständige Qualitätsberichte ab. Foto: Gennadiy Poznyakov/stockadobe.com
Ein Viertel der Kliniken, die Mindestmengeneingriffe durchführen, gaben der Analyse zufolge 2017 unvollständige Qualitätsberichte ab. Foto: Gennadiy Poznyakov/stockadobe.com

458 von 1 152 Kliniken (39,7 Prozent) haben 2017 komplexe Eingriffe vorgenommen, obwohl sie die vorgegebenen Mindestmengen unterschreiten. Das zeigt eine Auswertung des Science Media Centers (SMC) und der Weissen Liste der Bertelsmann Stiftung. Die Analyse bezog sich auf den Einsatz künstlicher Kniegelenke, Stammzellen-, Nieren- und Lebertransplantation, komplexe Eingriffe an der Speiseröhre und an der Bauchspeicheldrüse. Die Versorgung von Frühgeborenen wurde in die Analyse nicht einbezogen. Unterschiede gab es nach Bundesländern und nach Art der Eingriffe: Während in Mecklenburg-Vorpommern 29,2 Prozent und in Baden-Württemberg 30,7 Prozent der Kliniken eine oder mehrere der Mindestfallzahlen nicht erreichten, sind es in Brandenburg 56,7 Prozent und in Bremen 62,5 Prozent. Bei Bauchspeicheldrüsen-OPs liegen 34 Prozent und bei Speiseröhren-OPs 52,6 Prozent der Häuser unter den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestmengen. Bertelsmann und SMC forderten, der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) sollte Qualitätsberichte und Mindestmengenangaben der Kliniken auf Vollständigkeit und Plausibilität prüfen. Häuser, die Mindestmengen nicht einhielten, sollten keine Vergütung für die Eingriffe erhalten und die Leistung nicht mehr erbringen dürfen. Zudem sollte der G-BA Mindestmengen für weitere Eingriffe festlegen, bei denen die Qualität des Behandlungsergebnisses nachweislich von der Menge der erbrachten Leistungen abhängig sei. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft erklärte, wenn Operationen unterhalb der Mindestmengen erfolgten, lägen häufig zulässige Ausnahmen oder Notfallsituationen von Patienten vor. Zum Teil handele es sich auch nur um geringfügige Unterschreitungen. Der Verband schlägt „Korridore“ vor, die Kliniken eine Teilnahme an der Versorgung ermöglichten. hil/dpa

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema