ArchivDeutsches Ärzteblatt23-24/2019Projekt: Chancen der Digitalisierung im Klinikalltag

ÄRZTESTELLEN: Kurz notiert

Projekt: Chancen der Digitalisierung im Klinikalltag

Dtsch Arztebl 2019; 116(23-24): [4]

Glöser, Sabine

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Foto: wladimir1804/stock.adobe.com
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Welche Chancen eröffnen digitale Transformation und künstliche Intelligenz dem Krankenhausbetrieb? Um das herauszufinden, haben Forscher der Fraunhofer-Projektgruppe für Automatisierung in der Medizin und Biotechnologie (PAMB) sowie das Universitätsklinikum Mannheim unlängst zwei Vorhaben gestartet.

Im Projekt Mannheim Medical Transfer Center (M2TC) vernetzen die Wissenschaftler zusammen mit Partnern aus der Industrie alle medizinischen Geräte eines Operationssaals am Uniklinikum Mannheim. Alle Daten, die während eines operativen Eingriffs anfallen, sollen zentral erfasst werden. In einem zweiten Schritt prüfen die Wissenschaftler, ob die Datenbasis groß genug ist, um sie von einer künstlichen Intelligenz auswerten zu lassen. „Ist das der Fall, wird sich schnell zeigen, ob und wie die Schlussfolgerungen der Algorithmen den Klinikalltag verbessern können“, sagt Dr.-Ing. Christian Reis, stellvertretender Leiter der PAMB. Denn: „Unmengen Daten fallen permanent im Klinikalltag an. Bislang werden sie nur teilweise erfasst und stehen nur bedingt für Auswertungen zur Verfügung. Es ist deshalb völlig unklar, welches Potenzial in ihnen schlummert.“

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Parallel dazu wollen die Forscher eine Patientenstation der Mannheimer Universitätsmedizin zu einer Entwicklungsplattform für Digital Health umbauen. Ziel ist es, die Entwicklung neuer Digital-Health-Produkte zu ermöglichen und Start-ups, kleine und mittelständische Unternehmen, Konzerne, Gesundheitsversorger, Forschungseinrichtungen und Experten zusammenzuführen. Voraussichtlich von September 2020 an soll die umgebaute Patientenstation jenen medizintechnischen Unternehmen offenstehen, die neue Produkte entwickeln und im Regelbetrieb erproben wollen.

Das Land Baden-Württemberg und die Fraunhofer-Gesellschaft haben die Projektgruppe am Uniklinikum Mannheim ins Leben gerufen, um Automatisierungspotenziale in der Medizin zu erschließen. Fünf interdisziplinäre Gruppen befassen sich mit Themen aus Diagnose und Therapie bis hin zu Labor und Produktion. sg

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