ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2019Arbeiten in der Schweiz: Gute Chancen auf eine Stelle

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Arbeiten in der Schweiz: Gute Chancen auf eine Stelle

Dtsch Arztebl 2019; 116(25): [77]

Spielberg, Petra

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Deutsche Ärztinnen und Ärzte zieht es nach wie vor in die Schweiz, auch wenn sich die Alpenrepublik seit einigen Jahren darum bemüht, den Zuzug ausländischer Kräfte zu begrenzen. Noch greifen die Maßnahmen aber nicht, sodass das Nachbarland als Arbeitsplatz weiterhin attraktiv bleibt.

Foto: dpa
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Die Schweiz zieht seit jeher deutsche Ärztinnen und Ärzte an, nicht nur wegen der fehlenden Sprachschwierigkeiten, sondern auch wegen attraktiver Arbeitsbedingungen. Deutsche Ärzte belegen sogar seit Jahren den Spitzenplatz unter den aus dem Ausland stammenden Medizinern.

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Im Jahr 2017 gingen einer Statistik der Bundes­ärzte­kammer zufolge 641 deutsche Ärzte zum Arbeiten ins Nachbarland. Insgesamt stellen sie ein Fünftel der im Schweizer Gesundheitswesen tätigen approbierten Arbeitskräfte.

Zwar hat die Alpenrepublik in den letzten Jahren einiges unternommen, um den ärztlichen Personalmangel in erster Linie durch heimische Fachkräfte auszugleichen. Dies gilt beispielsweise für die vom Bund im Jahr 2002 eingeführte befristete Zulassungsbeschränkung für frei praktizierende Ärztinnen und Ärzte mit ausländischem Pass, von der zahlreiche Kantone Gebrauch machen. Die Beschränkung wurde seither mehrfach verlängert und gilt nunmehr vorerst bis zum Jahr 2021.

Darüber hinaus hat die Schweiz die Zahl der humanmedizinischen Studienplätze an ihren Universitäten in den letzten zehn Jahren verdoppelt.

Anerkennung ist reine Formsache

Dennoch bestehen weiterhin große Lücken vor allem in der Grundversorgung auf dem Land, die sich, wie hierzulande, aufgrund anstehender Pensionierungen, dem Wunsch nach einer verstärkten Work-Life-Balance und der Zunahme der Bürokratie weiter vergrößern werden. Jürg Schlup, Präsident der Verbindung der Schweizerischen Ärztinnen und Ärzte (FMH), ist überzeugt, dass die politischen Maßnahmen zur Behebung des Ärztemangels mit einheimischen Fachkräften erst in Jahren greifen werden. Bis dahin sei man weiterhin auf qualifizierte Fachkräfte aus dem nahen Ausland angewiesen, so Schlup.

Doch es hakt nicht nur in der hausärztlichen Grundversorgung. Je nach Region sind auch andere Fachrichtungen vom Ärztemangel betroffen. Zu den Top 5 der anerkannten Weiterbildungstiteln, mit denen sich ausländische Ärzte gute Chancen auf einen Arbeitsplatz ausrechnen können, gehören nach Informationen der Medizinalberufekommission MEBEKO die Allgemeinmedizin und die Allgemeine Innere Medizin, die Psychiatrie und Psychotherapie, die Anästhesiologie sowie die Gynäkologie und Geburtshilfe.

Die MEBEKO ist die Behörde im Bundesamt für Gesundheit der Schweiz, die für die Gleichwertigkeitsanerkennung ausländischer Diplome zuständig ist. Die Anerkennungen stützen sich auf das Personenfreizügigkeitsabkommen der Schweiz mit der EU. Sie bilden den ersten Schritt im Rahmen eines Bewerbungsverfahrens. Für deutsche Ärzte ist die Anerkennung, die in der Regel innerhalb von maximal drei Monaten erfolgt, aber eine reine Formsache. Die Kosten hierfür betragen rund 800 bis 1 000 CHF.

Ist diese Hürde genommen, stehen den Zuwanderern grundsätzlich sowohl Arbeitsplätze im ambulanten als auch im stationären Sektor offen. Im klinischen Bereich sind neben Anästhesisten und Gynäkologen zum Beispiel auch Pädiater sowie Spezialisten im Bereich Intensivmedizin/Schmerztherapie und Onkologie sehr gefragt. Viele deutsche Ärztinnen und Ärzte erhoffen sich von einer Praxistätigkeit in der Schweiz vor allem eine Berufsausübung frei von KV-Deckelung und Leistungsbegrenzung, da hier im ambulanten Bereich überwiegend nach Zeit abgerechnet wird.

Der stationäre Sektor zieht wiederum deutsche Arbeitskräfte aufgrund höherer Klinikbudgets, hoher Personalschlüssel, vergleichsweise flacher Hierarchien und eines geringeren administrativen Aufwands an. Gerne gesehen wird es an Schweizer Kliniken, wenn Bewerber langfristig an einem Arbeitsplatz bleiben möchten. Wer dies plant und die insbesondere in den Städten deutlich höheren Lebenshaltungskosten in Kauf nehmen und seinen Teil dazu beitragen will, sich aktiv auch ins gesellschaftliche Leben zu integrieren, hat gute Chancen, dauerhaft im Nachbarland Fuß zu fassen. Petra Spielberg

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