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Dtsch Arztebl 2019; 116(25): A-1239

namo; Eckert, Nadine; BB; BS; Rz

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Mexiletin zur Therapie der nicht-dystrophen Myotonie – Mexiletin wurde als Antiarrhythmikum entwickelt, 2011 aber aus wirtschaftlichen Gründen vom Markt genommen. Seit Februar ist es als Namuscla® (Boehringer Ingelheim) zur symptomatischen Behandlung der nichtdystrophen Myotonie (NDM) bei Erwachsenen zugelassen und erstattungsfähig.

Vor der Therapie und 48 Stunden nach Einnahme der ersten Kapsel ist ein kardiologischer Check-up erforderlich. Begonnen wird mit 1 Kapsel täglich, nach 2 Wochen kann die Dosis auf 3 Kapseln pro Tag gesteigert werden. Patienten ohne Herzkrankheiten sollen alle 2 Jahre überprüft werden, kardiovaskuläre Patienten nach einer Dosiserhöhung. namo

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Quelle: Lunchsymposium „Myotone Syndrome: Ein Update“, 10. Mai 2019, Göttingen; Veranstalter: Hormosan Pharma GmbH

Zweifel am Zusatznutzen des Antiandrogens Erleada® Im Mai bescheinigte das IQWiG Apalutamid (Erleada®, Janssen-Cilag), das eingesetzt wird zur Behandlung erwachsener Männer mit nichtmetastasiertem kastrationsresistenten Prostatakarzinom, die ein hohes Risiko für die Entwicklung von Metastasen aufweisen (Hochrisiko-nmCRPC), einen „beträchtlichen Zusatznutzen“. Diesen zweifelt die AkdÄ wegen fehlender Daten zum Endpunkt Gesamtüberleben an und empfiehlt eine Befristung des Beschlusses.

Der Bewertung des Ausmaßes des Zusatznutzens durch das IQWiG könne die AkdÄ angesichts der höheren Toxizität und des derzeit nicht belegten Effekts auf das Gesamtüberleben nicht folgen. Das alleinige Hinausschieben des Zeitpunktes eines Metastasennachweises ohne Nachweis einer robusten Verlängerung des Gesamtüberlebens und/oder einer relevanten Morbiditätsminderung oder Lebensqualitätsverbesserung reiche nicht aus, um einen beträchtlichen Zusatznutzen anzunehmen. nec

Quelle: Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ), Mitteilung vom 11. Juni 2019

Personalisierte Medizin verlangt gebündelte Expertise – Ein Hoffnungsträger im Kampf gegen Krebs ist die personalisierte Medizin. Doch sie steht im Spannungsfeld eines rasanten Zuwachses an Daten bei einem verzögerten Wissenstransfer in die Anwendung. Die Herausforderung liege darin, Daten sinnvoll zu generieren und belastbar miteinander zu verknüpfen, um sie nutzbar zu machen, hieß es bei einem Symposium von Roche auf dem diesjährigen Hauptstadtkongress. Grundlegende Hürden bestünden auch ganz praktisch bei Zugang und Finanzierung der Diagnostik bis hin zur Umsetzung von therapeutischen Konzepten im Rahmen von individuellen Heilversuchen.

Um das Potenzial hochindividueller Diagnostik- und Behandlungsmöglichkeiten stärker zu nutzen, bedürfe es einer gemeinsamen Strategie jenseits von Partikularinteressen – darüber herrschte Einigkeit: „Nachhaltige und sektorenübergreifend getragene Strategien sind der Schlüssel, um die Herausforderungen, die uns in Zukunft in der Onkologie erwarten, zu meistern. Das kann nur funktionieren, wenn wir gemeinsam und entschlossen alle unsere Expertisen einbringen“, sagte Dr. Benedikt Westphalen vom Comprehensive Cancer Center der LMU München. BB

Quelle: Symposium „Onkologie der Zukunft. Wie verändern Personalisierte Medizin und Big Data die Versorgung“, 22. Mai 2019, Berlin; Veranstalter: Roche

Otezla® reduziert Daktylitis-Symptome bei Oligoarthritis – Bei Patienten mit Psoriasis-Arthritis unterscheidet man anhand des Befallsmusters vor allem die Oligoarthritis (41 %) mit 1–4 betroffenen Gelenken und die Polyarthritis (> 4 Gelenke). Patienten mit Oligoarthritis sind einer Analyse des Deutschen Rheumaforschungszentrums (DRFZ) zufolge oft unterversorgt, da diese Form der Psoriasis-Arthritis als leichter behandelbar und prognostisch günstig gilt. Oft werde sie unterschätzt und deshalb lange nicht mit einer adäquaten Therapie begonnen. Biologika etwa erhalten nach DRFZ-Daten Polyarthritis-Kranke in den ersten 5 Jahren rund 3-mal häufiger als Patienten mit Oligoarthritis. Letztere ist zwar weniger erosiv, dennoch ist die Krankheitslast höher. So kann auch das Achsenskelett befallen sein. Dazu kommen vielfach Schmerzen und Fatigue.

Zudem leiden Oligoarthritis-Patienten oft zusätzlich zum Beispiel an Enthesitis oder Daktylitis. Otezla® (Apremilast, Celgene) hat bei solchen schwierigen Manifestationen gute Ergebnisse erzielt. In einer Beobachtungsstudie wurden zwei Drittel der Patienten schon bis zur zweiten Visite frei von den Symptomen einer Daktylitis – dies galt sowohl für biologikanaive als auch biologikaerfahrene Patienten (69,7 % bzw. 61,5 %). BS

Quelle: Pressekonferenz „Optimierte Versorgung mit Apremilast“, 24. April 2019, Frankfurt; Veranstalter: Celgene GmbH

SGLT-2-Inhibitor Empagliflozin reduziert kardiovaskuläre Mortalität – Da Herz-Kreislauf-Erkrankungen die mit Abstand häufigste Todesursache bei Patienten mit Typ-2-Diabetes sind, muss eine moderne Therapie neben den mikrovaskulären auch die makrovaskulären Folge- und Begleiterkrankungen adressieren. Der SGLT-2-Inhibitor Empagliflozin (Jardiance®, Boehringer Ingelheim/Lilly) senkt nicht nur effektiv den Blutzucker, er ist auch hypoglykämiesicher, erhöht nicht das Körpergewicht und reduziert kardiovaskuläre und renale Endpunkte.

In der EMPA-REG-Outcome-Studie, an der 7 020 Patienten mit Typ-2-Diabetes und begleitender kardiovaskulärer Erkrankung teilnahmen, konnte – erstmals für eine antidiabetische Therapie – eine statistisch signifikante Senkung der kardiovaskulären Mortalität sowie der Gesamtsterblichkeit gezeigt werden. Auch die Anzahl der Krankenhauseinweisungen aufgrund von Herzinsuffizienz und die Progression einer Verschlechterung der Nierenfunktion wurden signifikant reduziert. RZ

Quelle: Satellitensymposium „Länger und gut leben mit Typ-2-Diabetes: Ein frischer Blick auf den Therapiealgorithmus!“, 30. Mai 2019, Berlin; Veranstalter: Boehringer Ingelheim/Lilly

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dr.med.thomas.g.schaetzler
am Freitag, 28. Juni 2019, 09:20

Mexiletin-Kosten

Mexiletin als NAMUSCLA 167MG (Wirkstärke 200.51 mg) HARTKAPSEL, HKP, 100 ST, N3 kosten tatsächlich 3.967,31 € als Apothekenverkaufspreis (APV) bei 10,00 € Zuzahlung in der Gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV).
Mexiletinhydrochlorid, Zulassungs­inhaber Boehringer Ingelheim, ist in der Anwendung ein Monopräparat vom Lidocain-/Chinidin Typ.

Externe Bezugsquellen:
Mexiletine 200 mg Capsules, Product ID: *MEXILETINE200 als Generic Equivalent To Mexitil, 90 Capsules $72.00 als Kosten in den USA.
https://www.healthwarehouse.com/mexiletine-200mg-capsules.html

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