ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2019Versorgung von Chronikern: Vertrag zur multimodalen Schmerztherapie erarbeitet

MANAGEMENT

Versorgung von Chronikern: Vertrag zur multimodalen Schmerztherapie erarbeitet

Dtsch Arztebl 2019; 116(25): A-1250 / B-1026 / C-1014

Maybaum, Thorsten

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Die Versorgung von Schmerzpatienten durch die Vernetzung und den Aufbau interdisziplinärer Teams verbessern – so lautet das Anliegen des Vertrages. Foto: freshidea/stock.adobe.com
Die Versorgung von Schmerzpatienten durch die Vernetzung und den Aufbau interdisziplinärer Teams verbessern – so lautet das Anliegen des Vertrages. Foto: freshidea/stock.adobe.com

In der ambulanten Versorgung gibt es eine neue Vereinbarung zur multimodalen Behandlung von chronischen Schmerzpatienten. Den Vertrag haben die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), die Kassenärztliche Vereinigungen und der Berufsverband der Ärzte und Psychologischen Psychotherapeuten in der Schmerz- und Palliativmedizin in Deutschland (BVSD) erarbeitet.

Die Vereinbarung solle die Versorgungsqualität im Bereich chronischer Schmerzen durch die Vernetzung und den Aufbau interdisziplinärer Teams – Schmerzärzte, Psychotherapeuten, Physiotherapeuten, Pain Nurses – für eine ambulante multimodale Schmerztherapie optimieren, heißt es vom BVSD.

Anzeige

Mit dem Vertragsentwurf könne ein komplett abgestuftes schmerzmedizinisches Versorgungsangebot realisiert werden, sagt der BVSD-Vorsitzende Prof. Dr. med. Joachim Nadstawek. Damit wäre die Abbildung einer ambulanten multimodalen Schmerztherapie in der Architektur der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung erstmals möglich: ausgehend von der Basisversorgung durch Haus- sowie Fachärzte über die Versorgungsebene nach der Qualitäts­sicherungs­ver­ein­barung zur schmerztherapeutischen Versorgung chronisch schmerzkranker Patienten bis zur neu hinzukommenden ambulanten multimodalen Komplexbehandlung im Team nach dem KBV-Konzept. Der voll- und teilstationäre Sektor sowie der Rehabereich vervollständigten die schmerzmedizinischen Versorgungsebenen, so Nadstawek.

Er betont, die Vereinbarung zwischen BVSD, KBV und KVen käme passend zur Entscheidung des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses (G-BA) für ein Disease-Management-Programm (DMP) Rücken.

Darin fordere der G-BA eine multimodale schmerzmedizinische Versorgung explizit ein, so der BVSD. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht. Jetzt ist die gemeinsame Selbstverwaltung im Gesundheitswesen aufgerufen, das Konzept im Sinne einer spezialisierten ambulanten Schmerzversorgung zu realisieren“, so Nadstawek.

Dem BVSD zufolge sind in Deutschland mehr als zwölf Millionen Menschen von langanhaltenden, chronischen Schmerzen betroffen. may

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema