ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2019T. S. Lie: Wegbereiter der Lebertransplantation

PERSONALIEN

T. S. Lie: Wegbereiter der Lebertransplantation

Dtsch Arztebl 2019; 116(25): A-1245 / B-1021 / C-1009

Jachertz, Norbert

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
T. S. Lie, Foto: privat
T. S. Lie, Foto: privat

Vor 50 Jahren, in der Nacht zum 19. Juni 1969, wurde an der Bonner Chirurgischen Universitätsklinik zum ersten Mal in Deutschland eine menschliche Leber transplantiert. Der Patient überlebte 205 Tage. Durchgeführt hatte die Operation ein Team um den koreanischen Arzt T. S. Lie und Klinikleiter Prof. Dr. med. Alfred Gütgemann. Mit Transplantationen der humanen Leber lagen bis dahin erst wenige Erfahrungen vor. Die Bonner Transplantation war zudem von vielerlei Komplikationen begleitet. Lie machten Widerstände im Kollegenkreis zu schaffen. Er hatte sich, zum Teil außerhalb der Klinik, zwei Jahre vorbereitet, gefördert von Gütgemann. Dieser wurde auch dank Lies Zielstrebigkeit ein Wegbereiter der Lebertransplantation in Deutschland.

Tschong-Su Lie (auch Jong-soo Lee transkribiert) stammt aus einem Dorf nahe Busan (Südkorea). Dank eines DAAD-Stipendiums studierte er ab 1959 in Deutschland Medizin. Nach Studium, Approbation und Promotion in Düsseldorf bildete er sich, ehe er 1967 zu Gütgemann nach Bonn wechselte, am Krankenhaus Bethesda in Duisburg und an den Städtischen Krankenanstalten Wuppertal-Barmen chirurgisch weiter. In den 1960er-Jahren habe es in Deutschland einen großen Ärztemangel gegeben, vermerkt Lie in seinen soeben vorgelegten Erinnerungen. „Vor allem in der Chirurgie war die Not unvorstellbar groß.“ Er habe Tag und Nacht im OP verbracht. „Doch so erlernte ich viele chirurgische Techniken in kürzester Zeit.“ Prof. Dr. med. T. S. Lie, der bei Bonn lebt und seit 1975 auch deutscher Staatsbürger ist, wurde am 20. Februar 90 Jahre alt. Norbert Jachertz

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema