ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2019Interdisziplinäre Forschung: Zentrum zur Bekämpfung vernachlässigter Tropenkrankheiten gegründet

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Interdisziplinäre Forschung: Zentrum zur Bekämpfung vernachlässigter Tropenkrankheiten gegründet

Dtsch Arztebl 2019; 116(25): A-1242 / B-1020 / C-1008

KNA

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Wichtig bei der Erforschung vernachlässigter Tropenkrankheiten: Betroffene und Experten der jeweiligen Sektoren einbeziehen. Foto: Kzenon/stock.adobe.com
Wichtig bei der Erforschung vernachlässigter Tropenkrankheiten: Betroffene und Experten der jeweiligen Sektoren einbeziehen. Foto: Kzenon/stock.adobe.com

In Würzburg ist das neue Deutsche Zentrum für die sektorübergreifende Bekämpfung vernachlässigter Tropenkrankheiten (DZVT) gegründet worden. Dessen Ziel sei es, eine bessere Zusammenarbeit von unterschiedlichen Disziplinen in der Wissenschaft und der Zivilgesellschaft zu ermöglichen.

Unterschiedliche Fakultäten der Würzburger Hochschulen wie Volkswirtschaft, Ingenieurwesen, Politikwissenschaft, Soziologie, Ökologie, Klimaforschung und Biomedizin könnten so künftig auf die Praxiserfahrung von Hilfsorganisationen zugreifen.

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Vernachlässigte Tropenerkrankungen (NTDs) gewönnen im internationalen Entwicklungsdiskurs zunehmend an Bedeutung, heißt es. Denn sie seien ein guter Indikator für die Gesamtentwicklung einer Region oder eines Landes. NTDs spiegelten Erfolge und Bedürfnisse in den Bereichen Bildung, Wasser, Hygiene, Umweltverschmutzung, Demokratisierung, Gesundheit und Tiergesundheit wider. Viel zu häufig würden sie aber noch auf die medizinische Thematik reduziert. Das durch diese Krankheiten verursachte Leid der betroffenen Menschen sei enorm, der volkswirtschaftliche Schaden kaum zu beziffern. Die wirtschaftliche Entwicklung der betroffenen Länder leidet laut Mitteilung seit vielen Jahrzehnten. Kaum ein Konzept trage der kausalen Breite der Vernachlässigung dieser Erkrankungen Rechnung. Ein Hauptgrund hierfür sei ein Mangel an fundiertem Wissen. Wirtschaftliche, soziopolitische oder ökologische Aspekte von NTDs würden zwar sporadisch erforscht, aber oft nur punktuell und rein akademisch. Zu selten geschehe dies in Zusammenarbeit mit den Betroffenen und den Experten aus den jeweiligen Sektoren.

Würzburger Akteure wie die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe, das Missionsärztliche Institut, die Universität Würzburg und die christliche Gemeinschaft Sant’ Egidio wollten dies nun ändern. Das DZVT solle zu einer nationalen Plattform werden, um solche Tropenerkrankungen zu erforschen und bekämpfen. kna

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