ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2000Teilzeitmodell: Keine Empfehlung

SPEKTRUM: Leserbriefe

Teilzeitmodell: Keine Empfehlung

Dtsch Arztebl 2000; 97(3): A-70 / B-62 / C-62

Hölscher, Frederick

Zu dem Beitrag "Berufsperspektiven durch Teilzeit" von Dr. med. Bärbel Kuhnert-Frey in Heft 41/1999:
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS . . . Die Autorin gibt am Schluss ihrer Ausführungen selbst zu, dass das Gelingen dieses Modells vom besonderen Engagement aller beteiligten Mitarbeiter abhängt und beim Fehlen dieses besonderen Engagements sich nicht durchsetzen lässt. Deshalb sollte man sich zunächst darüber klar sein, was man will. Erstrebt man ein erstklassiges gut geleitetes Krankenhaus zum Wohl der Patienten oder will man ein viertklassiges Haus mit vornehmlich Teilzeitkräften, die nach einer beruflichen Pause von etlichen Jahren oder gar Jahrzehnten wieder mit den Fortschritten der Medizin vertraut gemacht werden müssen. Nach Prof. Siegfried Meryn (Wien) liegt die Wissenshalbwertszeit heute bei vier Jahren. Kann man da noch Fachabteilungen mit ärztlichem Personal führen, das jahrzehntelang keine Medizin betrieben, geschweige denn Fortbildungskurse besucht hat?
. . . Um die offensichtlichen Risiken für die Patienten zu mindern, sollte man vor einer Neuanstellung die Beschäftigung von Teilzeitkräften von der Erfüllung gewisser Mindestforderungen abhängig machen, die im Interesse aller Beteiligten liegen:
« Überprüfung der Qualifikation aller Bewerber (Examen, Jahr der letzten ärztlichen Tätigkeit).
Bei längerer ärztlicher Berufspause erneute Prüfung beziehungsweise Nachweis der Teilnahme an regelmäßigen Fortbildungskursen.
­ Sorgfältige anfängliche Überwachung und Einführung der Neuangestellten durch einen kompetenten Oberarzt, der die anfänglichen Schwierigkeiten überwinden hilft.
® Eine Teilzeitbeschäftigung sollte nicht weniger als 30 Wochenstunden und nur in Ausnahmefällen 25 Stunden betragen, um nicht die Kontinuität der Patientenbetreuung zu gefährden. Eine Wochenstundenzahl von 13,5 Stunden macht keinen Sinn.
¯ Schließlich wäre es wünschenswert, wenn Krankenabteilungen mit einer größeren Zahl von Teilzeitbeschäftigten dies auch öffentlich der Allgemeinheit gegenüber bekannt geben würden. Dies würde manchen Kummer und auch Ärger ersparen.
Dr. med. Frederick Hölscher, Bläsiring 138, CH-4057 Basel
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema