ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2019Computertomografische Angiografie
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Den sehr informativen und strukturierten Beitrag (1) möchten wir wie folgt ergänzen: Die nichtinvasive Darstellung der Koronararterien ist mittels computertomografischer Angiografie (CTA), zum Beispiel mit Dual-Source-Scannern der dritten Generation, nahezu bei jedem Patienten in guter Qualität und mit niedriger Strahlenexposition möglich. Absolute Kontraindikationen gibt es nach unserer Erfahrung, basierend auf Untersuchungen von mehr als 6 000 Patienten, nicht mehr. Die CTA ist im englischen Sprachraum schon längst als Methode der Wahl beim Nachweis einer koronaren Herzkrankheit (KHK) anerkannt. In Deutschland spielt die CTA trotz eindeutiger, evidenzbasierter Studienlage aus unerklärlichen Gründen eine untergeordnete Rolle und wird von den gesetzlichen Krankenkassen auch nicht vergütet.

Mittlerweile stehen Computerprogramme zur Verfügung, die mit der FFR-CT (FFR, „fractional flow reserve computed tomography“), vergleichbar der invasiven Druckmessung, anhand des standardmäßig vorhandenen CTA-Datensatzes eine verlässliche Aussage zur hämodynamischen Relevanz einer Stenose ermöglichen. Patentstreitigkeiten stehen einer größeren Verbreitung außerhalb von Studien noch im Wege. Allerdings gibt es zurzeit noch technische Limitationen, zum Beispiel bei der Darstellung von Hauptstammstenosen (wie bei der herkömmlichen FFR auch) oder schweren Verkalkungen (2).

Trotzdem bleibt festzuhalten, dass bei einer Vielzahl der Patienten eine schnelle, nichtinvasive, wenig belastende und kostengünstigere Untersuchung der Koronararterien mit verlässlicher Aussage zur Hämodynamik einer Stenose möglich ist. Berücksichtigt man die Tatsache, dass in der CTA im Gegensatz zum Herzkatheter zwischen vulnerablen und stabilen Plaques unterschieden werden kann und dass in der CT-FFR der gesamte Koronarbaum und nicht nur einzelne Segmente auf signifikante Stenosen geprüft werden, muss zumindest perspektivisch der diagnostischen CTA/CT-FFR eine bedeutsame Rolle bei einer vorgesehenen Revaskularisationstherapie beigemessen werden.

DOI: 10.3238/arztebl.2019.0460a

Prof. Dr. med. Johannes Görich

Prof. Dr. med. Sebastian Buß

Radiologische Praxis, Heidelberg

jgoerich@t-online.de

Interessenkonflikt

Prof.Görich erhielt Vortragshonorare von der Firma Siemens Healthineers.

Prof. Buß erklärt, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Gaede L, Möllmann H, Rudolph T, Rieber J, Boenner F, Tröbs M: Coronary angiography with pressure wire and fractional flow reserve—state of the art in the diagnosis of coronary stenosis. Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 205–11 VOLLTEXT
2.
Fairbairn TA, Nieman K, Akasaka T, et al.: Real-world clinical utility and impact on clinical decision-making of coronary computed tomography angiography-derived fractional flow reserve: lessons from the ADVANCE Registry. Eur Heart J 2018; 39: 3701–11 CrossRef MEDLINE PubMed Central
1.Gaede L, Möllmann H, Rudolph T, Rieber J, Boenner F, Tröbs M: Coronary angiography with pressure wire and fractional flow reserve—state of the art in the diagnosis of coronary stenosis. Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 205–11 VOLLTEXT
2.Fairbairn TA, Nieman K, Akasaka T, et al.: Real-world clinical utility and impact on clinical decision-making of coronary computed tomography angiography-derived fractional flow reserve: lessons from the ADVANCE Registry. Eur Heart J 2018; 39: 3701–11 CrossRef MEDLINE PubMed Central

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