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Wir danken den Kollegen Görich und Buß für den Hinweis zur computertomografischen Angiografie (CTA) der Koronararterien und der Möglichkeit, durch Simulationsrechnungen auf der Basis von CT-Datensätzen die FFR (FFR, „fractional flow reserve“) abzuschätzen (1, 2). In der Tat ließ sich für die FFR-CT in Vergleichsstudien zur invasiv gemessenen FFR für die Beurteilung von Koronarläsionen hinsichtlich des Schwellenwertes 0,80 in der größten bisher publizierten Studie eine Übereinstimmung von 81 % erzielen (1).

Übrigens gelingt die Simulation der FFR auch auf der Basis des invasiven Koronarangiogramms mit ähnlichen Software-Lösungen („FFR-Angio“) (3). Allerdings sind diese Verfahren nicht weit verbreitet und zum Teil noch im Entwicklungsstadium. Darüber hinaus sind die in die Vergleichsstudien eingeschlossenen Patienten selektiert, und prospektive randomisierte kontrollierte Studien, die – wie für die invasiv gemessene FFR – eine prognostische Bedeutung nachweisen, existieren weder für die FFR-CT noch für die FFR-Angio.

Sicher sind dies aber Verfahren, deren weitere Entwicklung, Validierung und Bewährung im klinischen Einsatz mit Interesse verfolgt werden sollte. Es bleibt allerdings anzumerken, dass gerade die FFR-CT im Spektrum der kardialen Untersuchungsverfahren einen etwas anderen Platz einnehmen würde als die Koronarangiografie mit Druckdrahtmessung. Die CT-Angiografie ist ja ein Untersuchungsverfahren, das in der Regel früh in der diagnostischen Sequenz eingesetzt wird, und dies vor allem bei Patienten mit geringer bis mittlerer prä-Test-Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen einer koronaren Herzerkrankung. Die invasive Koronardiagnostik mit der eventuellen Ergänzung um die Druckdrahtmessung erfolgt hingegen bei pathologischen nichtinvasiven Voruntersuchungen, bei hoher prä-Test-Wahrscheinlichkeit und bei Patienten mit dem klinischen Bild eines akuten Koronarsyndroms. Insofern überlappen sich die – potenziellen – Anwendungsgebiete nur teilweise.

DOI: 10.3238/arztebl.2019.0460b

Für die Autoren
Dr. med. Monique Tröbs
Universitätsklinikum Erlangen
Medizinische Klinik 2 – Kardiologie und Angiologie
monique.troebs@uk-erlangen.de

Interessenkonflikt

Dr. Tröbs erhielt Honorare für Beratertätigkeiten von der Firma Abbott Vascular.

1.
Nørgaard BL, Leipsic J, Gaur S, et al.: Diagnostic performance of noninvasive fractional flow reserve derived from coronary computed tomography angiography in suspected coronary artery disease: the NXT trial (Analysis of Coronary Blood Flow Using CT Angiography: Next Steps). J Am Coll Cardiol 2014; 63: 1145–55 CrossRef MEDLINE
2.
Coenen A, Lubbers MM, Kurata A, et al.: Coronary CT angiography derived fractional flow reserve: methodology and evaluation of a point of care algorithm. J Cardiovasc Comput Tomogr 2016; 10: 105–13 CrossRef MEDLINE
3.
Fearon WF, Achenbach S, Engstrom T, et al.: Accuracy of fractional flow reserve derived from coronary angiography. Circulation 2019; 139: 477–84 CrossRef MEDLINE
4.
Gaede L, Möllmann H, Rudolph T, Rieber J, Boenner F, Tröbs M: Coronary angiography with pressure wire and fractional flow reserve—state of the art in the diagnosis of coronary stenosis. Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 205–11 VOLLTEXT
1.Nørgaard BL, Leipsic J, Gaur S, et al.: Diagnostic performance of noninvasive fractional flow reserve derived from coronary computed tomography angiography in suspected coronary artery disease: the NXT trial (Analysis of Coronary Blood Flow Using CT Angiography: Next Steps). J Am Coll Cardiol 2014; 63: 1145–55 CrossRef MEDLINE
2.Coenen A, Lubbers MM, Kurata A, et al.: Coronary CT angiography derived fractional flow reserve: methodology and evaluation of a point of care algorithm. J Cardiovasc Comput Tomogr 2016; 10: 105–13 CrossRef MEDLINE
3.Fearon WF, Achenbach S, Engstrom T, et al.: Accuracy of fractional flow reserve derived from coronary angiography. Circulation 2019; 139: 477–84 CrossRef MEDLINE
4.Gaede L, Möllmann H, Rudolph T, Rieber J, Boenner F, Tröbs M: Coronary angiography with pressure wire and fractional flow reserve—state of the art in the diagnosis of coronary stenosis. Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 205–11 VOLLTEXT

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