ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2019Randnotiz: Globukalypse Now!
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Wirken Homöopathika? „Nicht über den Placeboeffekt hinaus.“ Wer es wagt, diese Aussage zu tätigen, dem könnte eine Unterlassungserklärung der Firma Hevert, einem Hersteller homöopathischer Arzneimittel, drohen. Für jede Zuwiderhandlung soll die Ärztin Dr. med. Natalie Grams, die diese Worte in einem Zeitungsinterview sagte, 5 100 Euro bezahlen. Auch der Journalist Bernd Kramer erhielt Post eines von Hervert beauftragten Anwalts: „Wir sind beauftragt Sie aufzufordern, pauschale, die Homöopathie abwertende Äußerungen in jeder Form (...) zu unterlassen.“ Als Replik auf seinen TAZ-Artikel „Das weiße Nichts“ wurden auch der Bundesverband homöopathischer Ärzte und der Verband klassischer Homöopathen tätig. Sie reichten Beschwerde beim Deutschen Presserat ein. Als dann noch Jan Böhmermann die Homöopathie im Neo Magazin Royal ad absurdum führte und den Placebovergleich im Minutentakt zum Besten gab, ging die Diskussion zur „Globukalypse“ in den sozialen Netzwerken erst richtig los. Hohn und Spot ernteten nicht nur Hevert, sondern auch Krankenkassen, die mit der Erstattung homöopathischer Mittel junge Besserverdiener locken wollen. Das Informationsnetzwerk Homöopathie bekomme nun „täglich Anfragen, welche Kasse KEINE Homöopathie bezahlen“, twitterte Grams. Während der Rechtsstreit noch nicht geklärt ist, hat der Presserat sein Urteil gefällt: Die Beschwerde wurde „als unbegründet bewertet“, twittert Kramers. Ein Bild der Evidenzlage kann sich jeder selbst machen mit dieser Studienliste: http://daebl.de/YN78. Aussagekräftige, randomisiert kontrollierte Studien sind dabei jedoch eher Mangelware.

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