ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2000Arzneiverordnungen: Kompakte Darstellung

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Arzneiverordnungen: Kompakte Darstellung

Dtsch Arztebl 2000; 97(3): A-75 / B-65 / C-65

Meyer, Rüdiger

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LNSLNS Arzneiverordnungen. Ratschläge für Ärzte und Studierende. Herausgegeben von den Mitgliedern der Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft, 19. Auflage, Deutscher Ärzte-Verlag, Köln, 2000, 1 040 Seiten, 9 Abbildungen, 88 Tabellen, broschiert, 78 DM
Eine spannende Frage für Pharmakologen lautet zur Zeit, ob und wie sich die Positivliste, wenn sie denn wirklich kommen sollte, von den Arzneiverordnungen der Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft unterscheidet. Deren "Ratschläge für Ärzte und Studierende" sind inzwischen in der 19. Auflage erschienen. Insgesamt kommt das Buch mit 722 Wirkstoffen aus. Dies entspricht etwa 30 Prozent der am deutschen Markt verfügbaren Einzelsubstanzen. Ob eine Positivliste eine weitere Einschränkung bringt und ob diese sinnvoll ist, bleibt abzuwarten. Auch auf die Ausgestaltung der Liste darf man gespannt sein. Sollte es tatsächlich nur eine Aufzählung von verordnungsfähigen Medikamenten sein, dürfte dem Arzt damit kaum geholfen sein. Für ihn ist weniger interessant, ob er ein Medikament einsetzen darf, sondern bei welcher Indikation welches Mittel die besten Chancen bietet.
Die Arzneiverordnungen gehen dieses Problem systematisch an. Zu Beginn jedes Kapitels werden die Therapieprinzipien erläutert und nach Möglichkeit durch Stufenschemata und Entscheidungsalgorithmen illustriert. Darauf folgt eine zusammenfassende Bewertung der Wirkstoffe. Sie ist der zentrale Bestandteil des Buches und deshalb blau unterlegt. Es folgen stichwortartige Hinweise zur Wirkung, Indikation, Kontraindikation, UAWs, Besonderheiten, Pharmakokinetik und Dosierung, insgesamt eine kompakte Darstellung, die den Angaben in einem Pharmakologiebuch kaum nachstehen dürfte.
Natürlich kann auf etwa 1 000 Seiten nicht jeder Aspekt der medikamentösen Therapie berücksichtigt werden. In einigen Kapiteln, etwa zur Therapie von Tumoren oder seltenen endokrinen Erkrankungen, beschränken sich die Autoren deshalb auf allgemeine Angaben. Jeder Versuch, diese komplexen Gebiete umfassend zu behandeln, hätte den Rahmen des Buches sicher gesprengt.
Neben einem Sachverzeichnis enthält das Buch noch ein separates Wirkstoff-Präparat-Verzeichnis. Hier sind für die 722 empfohlenen Wirkstoffe sämtliche Fertigpräparate aufgezählt. Leider fehlen Angaben zu den Tagestherapiekosten, sodass der Arzt bei seinem Bemühen, ein günstiges Medikament zu finden und sein Budget zu schonen, letztlich keine Unterstützung erfährt. Vermisst hat der Rezensent auch ein Literaturverzeichnis, das dem interessierten Arzt eine Vertiefung einzelner Punkte ermöglicht hätte.
Rüdiger Meyer, Hannover
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