ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2019Onkologie: Erste S3-Leitlinie Hodentumoren finalisiert

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Onkologie: Erste S3-Leitlinie Hodentumoren finalisiert

Dtsch Arztebl 2019; 116(26): A-1293

Gießelmann, Kathrin

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Nach den S3-Leitlinien zum Prostata-, Nierenzell- und Harnblasenkarzinom folgt nun die vierte onkologische Leitlinie höchster Klassifikation: Erstmals wurde eine S3-Leitlinie „Diagnostik, Therapie und Nachsorge der Keimzelltumoren des Hodens“ publiziert. Eine begleitende Patientenleitlinie zu Hodentumoren ist in Arbeit.

Ziel der Leitlinie ist es, die Prognose für alle Patienten zu verbessern und Über- sowie Untertherapie zu vermeiden. Dazu gehört unter anderem die Empfehlung, dass Patienten mit metastasiertem Hodenkrebs in Einrichtungen mit ausgewiesener Expertise behandelt werden sollen. Auf ein hohes Risiko für eine Übertherapie verweist die Leitlinie bei Patienten mit einem Seminom und bei Patienten mit einem nichtseminomatösen Keimzelltumor. Mehr als die Hälfte dieser Patienten bliebe auch ohne adjuvante Therapie rezidivfrei.

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Bei der Nachsorge sollte zur Minderung der Strahlenbelastung die Computertomografie des Abdomens und Beckens durch die Magnetresonanztomografie an einem Fachzentrum ersetzt werden. Für eine adäquate Nachsorge zum Ausschluss eines Rezidivs empfiehlt die Leitlinie den verschiedenen Risikogruppen entsprechende Nachsorgeuntersuchungen und stellt tabellarische Pläne zum Download zur Verfügung. Außerdem berücksichtigt sie therapiebedingte Spätfolgen und Langzeitschäden und legt besonderes Augenmerk auf den Fertilitätserhalt.

Die neue S3-Leitlinie wurde unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Urologie und der Deutschen interdisziplinären Hodentumorgruppe der Deutschen Krebsgesellschaft erstellt. gie

http://daebl.de/QV15

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