ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2019Arzneimittelpreise: Festbeträge bringen Milliardeneinsparung

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Arzneimittelpreise: Festbeträge bringen Milliardeneinsparung

Dtsch Arztebl 2019; 116(26): A-1258 / B-1034 / C-1022

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Die Festbetragsregelung umfasst zurzeit mehr als 30 000 Fertigarzneimittel, die in 449 Festbetragsgruppen kategorisiert sind. Foto: Your Photo Today
Die Festbetragsregelung umfasst zurzeit mehr als 30 000 Fertigarzneimittel, die in 449 Festbetragsgruppen kategorisiert sind. Foto: Your Photo Today

Die gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) spart jedes Jahr rund 8,2 Milliarden Euro durch Arzneimittelfestbeträge. Das hat der GKV-Spitzenverband anlässlich des 30-jährigen Bestehens des Instruments mitgeteilt. Die Festbeträge wurden am 19. Juni 1989 eingeführt. „Mit den Festbeträgen wurde ein Instrument geschaffen, mit dem den zum Teil überzogenen Preisvorstellungen der Pharmaindustrie dauerhaft und effizient entgegengewirkt werden konnte, ohne dass die Versicherten Einbußen bei der Versorgungsqualität für Arzneimittel hinnehmen mussten“, sagte Johann-Magnus von Stackelberg, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes. Festbeträge sind Erstattungshöchstgrenzen für Arzneimittel, bis zu denen die Krankenkassen die Kosten übernehmen. Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss bestimmt, für welche Arzneimittelgruppen Festbeträge gebildet werden können. Dabei setzt er sich auch mit unterschiedlichen Darreichungsformen oder Indikationen auseinander und achtet darauf, dass notwendige Versorgungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Anschließend legt der GKV-Spitzenverband die Erstattungshöchstgrenze fest. Eine Aufzahlung für Patienten fällt dann an, wenn der Hersteller für ein Festbetragsarzneimittel einen Preis verlangt, der über dem Erstattungshöchstbetrag liegt. Die Differenz zum Festbetrag muss der Versicherte selbst übernehmen. Den Kassen zufolge werden durch diese Regelung „Ärzte und Patienten motiviert, hochwertige, aber preisgünstige Arzneimittel zu wählen“. Pharmazeutische Unternehmen hätten gleichzeitig einen Anreiz, ihre Preise an den Festbeträgen zu orientieren, damit ihre Medikamente weiterhin in der Apotheke abgegeben würden. Die Industrie mahnte eine Überarbeitung des Systems an, weil es vor allem nicht ausreichend nach therapierelevanten Kriterien bei Arzneimitteln differenziere. EB

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