ArchivDeutsches Ärzteblatt27-28/2019Abrechungstechnische Probleme
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In diesem Artikel wird dem Leser die Ansicht vermittelt, die Exom-Sequenzierung bei einer „globalen Entwicklungsstörung“ sei als ambulante Leistung über die EBM-Ziffer 11514 abrechenbar (1). Diese Annahme ist unzutreffend. In der Präambel zu Kapitel 11 des EBM ist unter Punkt 4 als Abrechnungsvoraussetzung ein Verdacht auf eine seltene Erkrankung mit einer Prävalenz von höchsten fünf auf 10 000 definiert. Für das Krankheitsbild der „globalen Entwicklungsstörung“ nennen die Autoren eine Prävalenz von 1 % (100 auf 10 000). Eine humangenetische Abklärung einer Erkrankung mit dieser Prävalenz ist nach den verbindlichen Vorgaben des EBM ausgeschlossen. Eltern von behinderten Kindern zu veranlassen, Anträge auf Leistungen zu stellen, die nicht zum Leistungsumfang der Krankenkassen zählen, führt zu Enttäuschungen. Es ist bedauerlich, dass durch die unzutreffende Darstellung bei dem Leser Erwartungen geweckt werden, die der EBM nicht erfüllt. Leider fehlt in dem Artikel der Hinweis auf die Förderung einer entsprechenden Diagnostik durch den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Rahmen des Projektes TRANSLATE-NAMSE; diese erfolgt außerhalb des EBM.

DOI: 10.3238/arztebl.2019.0487a

Dr. med. Christoph von Zastrow

Hannover

Christoph.von_Zastrow@web.de

1.
Mahler E A, Johannsen J, Tsiakas K, et al.: Exome sequencing in children—undiagnosed developmental delay and neurological illness. Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 197–204 VOLLTEXT
1.Mahler E A, Johannsen J, Tsiakas K, et al.: Exome sequencing in children—undiagnosed developmental delay and neurological illness. Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 197–204 VOLLTEXT

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