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Ein 37-jähriger Iraker stellte sich wegen seit Monaten zunehmender Bauchschmerzen und Gewichtsverlust vor. Trotz ausführlicher Diagnostik hatte man die Ursache des sonografisch nachweisbaren Subileus mit geringem Aszites und mäßig erhöhten Entzündungsparametern nicht gefunden. Eine aktuelle Computertomografie zeigte nun einen mechanischen Dünndarmileus, der entstanden war durch von einer Membran eingekapselte Dünndarmschlingen (Pfeil). Die explorative Laparotomie bestätigte diesen Befund. Eine Adhäsiolyse sowie Resektion der Membrananteile wurden durchgeführt. In der Literatur ist dieser seltene Befund auch als sklerosierende kapselbildende Peritonitis oder abdomineller Kokon bekannt. Ursächlich kann eine chronische Infektion zum Beispiel im Rahmen einer Tuberkulose sein. Eine chirurgische Sanierung ist immer notwendig. Trotz unspezifischer Histologie und negativer Mikroskopie sowie Polymerasekettenreaktion (PCR) auf eine Tuberkulose, aber positiven IGRA-Test (Tbc-Elispot) erfolgte eine tuberkulostatische Vierfachtherapie. Dadurch war der Patient innerhalb von Wochen beschwerdefrei. In der sonografischen Kontrolle und im Labor zeigte sich ein Normalbefund.

Dr. med. Anna Philine Karl, Klinik für Gastroenterologie und interventionelle Endoskopie,
Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg, annaphiline.karl@barmherzige-regensburg.de

Hubert Leebmann, Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg

Prof. Dr. med. Niels Zorger; Institut für Radiologie, Neuroradiologie und Nuklearmedizin, Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg

Interessenkonflikt: Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Zitierweise: Karl AP, Leebmann A, Zorger N: Abdominal cocoon syndrome. Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 486. DOI: 10.3238/arztebl.2019.0486b

►Vergrößerte Abbildung und englische Übersetzung unter: www.aerzteblatt.de

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