MEDIZIN: Der klinische Schnappschuss

Bullöses Wells-Syndrom

Bullous Wells syndrome

Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 470; DOI: 10.3238/arztebl.2019.0470

Peckruhn, Melanie; Elsner, Peter; Tittelbach, Jörg

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Ein bisher gesundes 5-jähriges Mädchen wurde in unserer dermatologischen Klinik mit Rötungen, Schwellungen, Schmerzen und Blasenbildung an den Füßen vorgestellt. Diese seien vor circa 2–3 Wochen in Folge von mehreren Mückenstichen, aufgetreten. Eine Hautbiopsie am Fuß zeigte ein dichtes Infiltrat aus eosinophilen Granulozyten (Abbildung b) in der gesamten Dermis und die Ausbildung von sogenannten Flammenfiguren, die herdförmigen Ansammlungen von zerfallenden eosinophilen Granulozyten und degenerierten Kollagenfasern entsprechen. Diese entstehen durch toxische Degranulationsprodukte der Eosinophilen. Im Blutbild zeigte sich eine Eosinophilie von 8,85 Gpt/L (Normalwert < 0,7 Gpt/L). Die Stuhltests auf Wurmeier waren negativ. Andere blasenbildende Dermatosen wurden histologisch und serologisch ausgeschlossen. Nach einer Woche unter systemischer Prednisolontherapie kam es zu einer raschen Besserung der Symptomatik. Die eosinophile Zellulitis (Wells-Syndrom) ist eine seltene Dermatose, die sich klinisch durch ein brennendes, juckendes, teils urtikarielles Erythem manifestiert. Bullöse Formen der Krankheit sind selten. Ursächlich werden Insektenstiche, hämatologische oder solide Tumore diskutiert.

Dr. med. Melanie Peckruhn, Prof. Dr. med. Peter Elsner, Dr. med. Jörg Tittelbach,
Klinik für Hautkrankheiten, Universitätsklinikum Jena, Melanie.Peckruhn@derma.uni-jena.de

Interessenkonflikt: Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Zitierweise: Peckruhn M, Elsner P, Tittelbach J: Bullous Wells syndrome. Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 470.
DOI: 10.3238/arztebl.2019.0470

►Vergrößerte Abbildung und englische Übersetzung unter: www.aerzteblatt.de

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