ArchivDeutsches Ärzteblatt27-28/2019Tele­ma­tik­infra­struk­tur: Ein Drittel der Praxen muss mit Honorarkürzungen rechnen

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Tele­ma­tik­infra­struk­tur: Ein Drittel der Praxen muss mit Honorarkürzungen rechnen

Dtsch Arztebl 2019; 116(27-28): A-1304 / B-1072 / C-1060

dpa; Maybaum, Thorsten

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Das Versichertenstammdatenmanagement muss seit dem 1. Juli vorgenommen werden. Foto: dpa
Das Versichertenstammdatenmanagement muss seit dem 1. Juli vorgenommen werden. Foto: dpa

100 000 Praxen von Vertragsärzten und Vertragspsychotherapeuten sind derzeit an die Tele­ma­tik­infra­struk­tur (TI) angeschlossen. 20 000 weitere haben die Bestellungen für den Anschluss ausgelöst. Diese Zahlen hat das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) kürzlich genannt. Man rechne damit, dass in Kürze zwei Drittel der knapp 180 000 betroffenen Praxen an die TI angeschlossen sein werden, hieß es aus dem Ministerium. Auf den Rest kämen nun Honorarkürzungen zu. Konkret geht es zunächst um eine Kürzung von einem Prozent. Das entspreche im Schnitt etwa 200 Euro im Monat, erläuterte das Ministerium. Dies orientiert sich daran, dass Ärzte und Psychotherapeuten im ersten Quartal 2018 im Schnitt rund 65 000 Euro für die Behandlung von Krankenkassenpatienten bekommen hätten. Bei Fachärzten mit etwas höheren Honoraren dürfte die Kürzung im Schnitt nun bei knapp 300 Euro im Monat liegen. Seit dem 1. Juli sind Vertragsärzte und -psychotherapeuten verpflichtet, das Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) bei jedem ersten Arzt-Patienten-Kontakt im Quartal vorzunehmen und dies ihrer Kassenärztlichen Vereinigung (KV) mit den Abrechnungsunterlagen nachzuweisen. Wenige Ausnahmen gibt es für Ärzte und Psychologische Psychotherapeuten, wenn sie keinen persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt haben oder (situationsbezogen) ein mobiles Kartenterminal einsetzen. Bei der TI gab es immer wieder Verzögerungen, zuletzt äußerten einige Ärzteverbände Sicherheitsbedenken. Das Ministerium wies solche Kritik zurück. Die TI genüge höchsten Ansprüchen an den Datenschutz. Praxen, die sich weiterhin nicht anschließen lassen, drohen ab März 2020 2,5 Prozent Honorarkürzung. dpa/may

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