ArchivDeutsches Ärzteblatt27-28/2019Patientensicherheit: Welche Medikation bei großer Hitze Probleme bereiten kann

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Patientensicherheit: Welche Medikation bei großer Hitze Probleme bereiten kann

Dtsch Arztebl 2019; 116(27-28): A-1345 / B-1109 / C-1093

Hillienhof, Arne

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Die Deutsche Allianz Klimawandel & Gesundheit (KLUG) informiert in einer Hintergrundinformation über Medikamente, die bei einer Hitzewelle Probleme bereiten können und die Ärztinnen und Ärzte hinsichtlich einer Dosisanpassung beobachten sollten. Basis für diese Liste ist ein Papier des britischen National Health Service vom Sommer 2017.

Die Liste beginnt mit „Erhöhte Körpertemperatur als Nebenwirkungen von Medikamenten“ bei Neuroleptika, Anticholinergika und Antidepressiva. Gelistet sind zudem „Hemmungen der zentralen Thermoregulation“ bei Neuroleptika und Serotonin-Wiederaufnahmehemmern sowie eine erhöhte Toxizität von Arzneimitteln – weil eine Dehydratation zur Konzentrationserhöhung von Medikamenten im Körper und damit zu einer Überdosierung führen kann, zum Beispiel bei der Gabe von Lithium.

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Weitere Hinweise betreffen unter anderem Betablocker, Fentanyl-Pflaster (Gefahr einer Überdosierung) und Diuretika sowie ACE-Hemmer/Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten („Dehydratation oder Elektrolyt-Imbalance“).

„Arztpraxen, Pflegedienste, Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser sollten organisatorische und technische Maßnahmen zur Schadensminderung treffen“, empfehlen die Autorinnen und Autoren des KLUG-Papiers. Kühle Orte sollten identifiziert, eingerichtet und als Erholungsräume eingerichtet werden. Wichtig sei, auch die thermischen Belastungen und Gesundheitsgefährdungen von Mitarbeitenden im Gesundheitswesen zu beachten. Die Allianz weist darauf hin, dass sich eine Hitzewelle als Großschadensereignis entwickeln könne.

Besonders gefährdet durch die extreme Hitze sind laut den Autoren Kleinkinder, Patientinnen und Patienten mit Herz-Kreislauf-Krankheiten – insbesondere Herzinsuffizienz und koronare Herzkrankheit – Niereninsuffizienz, Diabetes mellitus, Lungenerkrankungen, psychischen Leiden, Demenz und Patienten mit neurologischen Erkrankungen wie multipler Sklerose, Parkinsonismus und zerebralen Durchblutungsstörungen sowie Senioren. hil

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