ArchivDeutsches Ärzteblatt27-28/2019Malignes Melanom: Überlebensdaten bestätigen Wirksamkeit der Doppeltherapie

MEDIZINREPORT: Studien im Fokus

Malignes Melanom: Überlebensdaten bestätigen Wirksamkeit der Doppeltherapie

Dtsch Arztebl 2019; 116(27-28): A-1333 / B-1099 / C-1083

Gießelmann, Kathrin

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Foto: Christoph Burgstedt/istockphoto.com
Foto: Christoph Burgstedt/istockphoto.com

Etwa ein Drittel der Patienten einer Phase-3-Studie mit fortgeschrittenem malignem Melanom profitieren langfristig von einer Therapie mit Dabrafenib und Trametinib, so die Ergebnisse einer 5-jährigen Nachbeobachtung. Die progressionsfreie Überlebensrate betrug nach 4 Jahren 21 % (95-%-KI: 17–24) und 19 % (95-%-KI: 15–22) nach 5 Jahren. Etwa 68 % der Patienten sprachen auf die Kombinationstherapie gut an, der Tumor schrumpfte deutlich. Nach 5 Jahren waren rund ein Drittel der Patienten noch am Leben.

Ein internationales Team unter deutscher Beteiligung hatte die Wirkstoffe in Kombination bei 563 Patienten mit einer BRAF-Mutation getestet. Die Melanomerkrankung der Studienteilnehmer war entweder nicht operabel oder bereits metastasierend. Die Therapie mit Dabrafenib (BRAF-Inhibitor) und Trametinib (MEK-Inhibitor) sei geeignet für Tumoren, die eine Mutation im Gen BRAF V600 aufweisen, schlussfolgert Dirk Schadendorf, Leiter der Klinik für Dermatologie Uniklinikum Essen.

Fast zeitgleich publizierten Forscher der University of California (UCLA) eine Phase-2-Studie, in der sie eine Kombination aus 3 Wirkstoffen bei 120 Patienten mit fortgeschrittenem Melanom untersucht haben: Dabrafenib, Trametinib und der Immun-Checkpoint-Inhibitor, Pembrolizumab. Diejenigen, die die 3-fach-Kombination erhielten, hatten ein progressionsfreies Überleben für durchschnittlich 16 Monate. Wurden Trametinib und Dabrafenib mit einem Plazebo kombiniert, überlebten die Patienten durchschnittlich 10,3 Monate, ohne dass die Krankheit fortschritt (HR: 0,66; p = 0,043).

Fazit: Bereits bekannt war, dass sowohl die Therapie mit Dabrafenib als auch mit Trametinib allein bei einem Teil der Hautkrebspatienten gute Erfolge zeigt. Allerdings entwickeln sich häufig sehr schnell Resistenzen gegen die einzelnen Wirkstoffe. „Das scheint in der Doppeltherapie besser zu sein. Vor 10 Jahren wären diese Patienten innerhalb eines Jahres gestorben“, so Schadendorf. Da für die Tripletherapie bis auf Weiteres keine Überlebensdaten vorlägen, könnten die Daten jedoch nicht belegen, dass diese einer Therapie nur mit Dabrafenib und Trametinib oder einer Checkpointtherapie überlegen sei, sagt Schadendorf. Kathrin Gießelmann

  1. Robert C, Grob JJ, Stroyakovskiy D, et al.: Five-Year Outcomes with Dabrafenib plus Trametinib in Metastatic Melanoma. New England Journal of Medicine 2019; doi: 10.1056/NEJMoa1904059.
  2. Ascierto PA, Ferrucci PF, Fisher R, et al.: Dabrafenib, trametinib and pembrolizumab or placebo in BRAF-mutant melanoma. Nature 2019; doi: 10.1038/s41591–019–0448–9).

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