ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2000Schule und Gesundheit: Prävention als Unterrichtsfach

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Schule und Gesundheit: Prävention als Unterrichtsfach

Dtsch Arztebl 2000; 97(3): A-88 / B-72 / C-71

Meye, Maria Rita

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LNSLNS Das Projekt "Schule und Gesundheit - Lehrer und Ärzte für Prävention" von der Kassenärztlichen Vereinigung und der Ärztekammer Westfalen-Lippe und der Medusana-Stiftung wurde für seine Verdienste für die gesundheitliche Versorgung ausgezeichnet.


Können wir das nicht öfter machen?" Die Kinder, die in den Genuss des "kooperativen Gesundheitsunterrichts" kamen, waren begeistert. Der Gesundheitsunterricht ist Kern des Projektes, finanziell unterstützt durch Johnson und Johnson Medical. Je ein Arzt und ein Lehrer bilden ein Team und organisieren pro Schuljahr vier Doppelstunden und einen Projekttag oder drei Projekttage sowie einen Elternabend.
Begonnen hat das Projekt 1997 mit fünf Teams, inzwischen arbeiten 19 Teams an 14 Schulen, weitere Interessenten stehen schon in den Startlöchern. Dies ist ganz im Sinne der Projektträger, die die Entwicklung eines Regelangebotes anstreben. Dieser Prozess der Umsetzung der Projektidee in einen größeren Rahmen wird vom Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (ZI), Köln, wissenschaftlich begleitet.
Spaß haben und lernen
Alle Beteiligten profitieren vom kooperativen Gesundheitsunterricht. "Man lernt ja auch etwas dabei - auch für sich selber - und das macht richtig Spaß", urteilte eine Ärztin. Die Lehrer stellten "Motivationsschübe bei den Schülern" durch den Umgang mit den "Gästen" fest. Einige Teammitglieder beobachteten sogar Verhaltensänderungen: "stellen häufig Fragen zum Gesundheitsverhalten", "lassen sich gegen Hepatitis impfen, gehen zur Prävention zum Zahnarzt" oder "zeigen, dass sie jetzt ein ,gesundes' Pausenfrühstück dabeihaben".
Der nordrhein-westfälischen Ge­sund­heits­mi­nis­terin Birgit Fischer war der kooperative Gesundheitsunterricht einen Preis wert: Zusammen mit einem weiteren Schulprojekt erhielt die Initiative den zweiten Preis im Rahmen der Verleihung des "Gesundheitspreises Nordrhein-Westfalen".
"Mit den Prinzipien einer erlebnisorientierten Pädagogik, Elementen von Selbstreflexion und Selbstwahrnehmung, aber auch klassischen Formen der Wissensaneignung lernen die Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I wesentliche Inhalte der Gesund­heits­förder­ung. Auf diesem Weg wird eine Zielgruppe angesprochen, die sonst von Ärzten nur schlecht erreicht wird, da Kinder und Jugendliche in der Regel selten einen Arzt aufsuchen", sagte Birgit Fischer.
Zu diesem gesundheitspolitisch sehr erwünschten Effekt kommt noch ein Gewinn aus standespolitischer Sicht hinzu: Die mitwirkenden Ärzte beziehen auch außerhalb ihrer Praxis beziehungsweise Institution Stellung zu Fragen der Gesund­heits­förder­ung und tragen dadurch dazu bei, präventives ärztliches Engagement einer breiteren Öffentlichkeit deutlich zu machen.


Maria Rita Meye
Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung
Höninger Weg 115
50969 Köln

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