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Dtsch Arztebl 2019; 116(27-28): A-1335

rk; SH; Petersen, Ursula; kw; Zylka-Menhorn, Vera

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PD-L1-Diagnostik wird immer komplexer – PD-L1 hat sich bei vielen Tumorentitäten als prädiktiver Biomarker etabliert. Der prädiktive Wert kann entitätsspezifisch auf der PD-L1-Expression auf Immunzellen und/oder Tumorzellen begründet sein. Mit dem Tumor Proportion Score (TPS, Cut-Offs 1 % und 50 %) für das nicht-kleinzellige Lungenkarzinom und Kopf-Hals-Tumore sowie dem Com-bined Positive Score (CPS, Cut-Offs
1 und 10) und dem IC-Scoring (Cut-Off 5 % [IC2/3]) für Urothelkarzinome stünden heute 3 verschiedene Auswertesysteme zur Verfügung, sagte Prof. Dr. Hans-Ulrich Schildhaus, Essen. Damit werde „ein relativ einfacher Biomarker gerade sehr komplex“. Dennoch sollten Ärzte alle Scores und deren wichtigste Cut-Off-Werte kennen und anwenden können.

Hilfestellung bietet das Internetportal www.PDL1portal.eu, auf dem die Qualitätssicherungs-Initiative Pathologie (QuIP) künftig alle Informationen zur PD-L1-Diagnostik bündeln will. rk

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Quelle: Symposium „PD-L1 als Biomarker:
Gekommen um zu bleiben – indikationsübergreifend und patientenrelevant“, Frankfurt,
15. Juni 2019; Veranstalter: MSD

Signifikante Senkung der HbA1c-Werte mit FreeStyle Libre – Menschen mit Typ-2-Diabetes, die mehrmals täglich Insulingaben benötigen, können ihre HbA1c-Werte durch Nutzung des FreeStyle-Libre-Systems von Abbott signifikant senken. Das belegen neue Real-World-Daten, die erstmals auf der 79. Jahrestagung der American Diabetes Association (ADA) in San Francisco präsentiert wurden. Nach einer mindestens 3-monatigen Verwendung des Systems sanken die HbA1c-Werte signifikant (–0,9 % oder –9,7 mmol/mol).

Für die Studie werteten Forscher die anonymisierten Datensätze von 363 Personen aus Deutschland, Frankreich und Österreich aus. Dabei wurden keine Unterschiede in Bezug auf Alter, Geschlecht, BMI oder Dauer des Insulingebrauchs festgestellt. „Durch die Echtzeit-Messwerte, Trends und Glukosemuster, die das System liefert, werden die Patienten viel aktiver an ihrem Glukosemanagement beteiligt und können insbesondere nach Schulung durch ihre Diabetesteams sinnvollere Entscheidungen treffen“, erklärt Dr. med. Jens Kröger, einer der Hauptautoren der Studie. sh

Quelle: Pressemitteilung von Abbott vom
13. Juni 2019

MenB-Impfung mit Bexsero® möglichst früh nach der Geburt – Die invasive Meningokokken-Erkrankung (IME) sei mit jährlich rund 300 Fällen in Deutschland selten, lasse sich jedoch aufgrund der Ähnlichkeit mit grippalen Infekten nur sehr schwer diagnostizieren und könne schwerwiegende Verläufe haben, die innerhalb von 2–4 Tagen zum Tode führten, sagte Ralph Köllges, Kinder- und Jugendarzt in Mönchengladbach. Dennoch wird die Meningokokken-B-Impfung (MenB) – anders als die MenC-Impfung – in Deutschland nicht allgemein, sondern nur für Risikogruppen empfohlen. Dabei seien als Folge der empfohlenen MenC-Impfung inzwischen rund 60 % aller IME auf MenB zurückzuführen.

Er riet daher dringend, alle Eltern über die Möglichkeit der MenB-Impfung aufzuklären. Viele Krankenkassen würden die Kosten zumindest teilweise erstatten. Da die 2 IME-Inzidenzgipfel im Säuglings- und Jugendalter liegen, sollte die Impfung möglichst früh nach der Geburt erfolgen. Hierfür stehen 2 Schemata zur Verfügung, die beide mit dem Impfstoff Bexsero möglich sind. pe

Quelle: Vortrag „Update zur Meningokokken-B-Impfung in Deutschland – wo stehen wir?“ mit anschließendem Meet the Expert im Rahmen des 49. Kinder- und Jugendärztetages, Berlin, 14. Juni 2019, Veranstalter: GlaxoSmithKline

Weniger Gelenkschwellungen und Schmerzen mit Upadacitinib – Der frühe Einsatz von krankheitsmodifizierenden Medikamenten und im weiteren Verlauf Biologika kann die Prognose bei rheumatoider Arthritis verbessern. Ziel der Therapie ist die Remission. „Bei der Behandlung von Patienten mit rheumatoider Arthritis sollte man sich nicht mit einem Teilansprechen der Therapie zufrieden geben“, betonte Prof. Louis Bessette, Kanada. Wie der Rheumatologe erklärte, könnte die Therapie mit einem selektiven JAK-1-Inhibitor künftig Vorteile für Patienten bieten, bei denen mit der konventionellen Therapie keine Remission erreicht wird.

Der JAK-1-Inhibitor Upadacitinib (AbbVie) hemmt wichtige proinflammatorische Signalwege. Phase-III-Daten zeigten, dass sich mit dem oral zu verabreichenden Small
Molecule Gelenkschwellungen bei Patienten mit rheumatoider Arthritis effektiv zurückbilden. Sie hatten zudem weniger Schmerzen und auch die Gelenkfunktion besserte sich. kw

Quelle: Media Roundtable „Remission – Erwartungen neu definieren“ im Rahmen des EULAR Madrid, 14. Juni 2019; Veranstalter: AbbVie

Indikationserweiterung für Lynparza® (Olaparib) – Der PARP-Inhibitor Olaparib ist nun auch als Erhaltungstherapie für die Behandlung von Frauen mit BRCA-mutiertem fortgeschrittenen Ovarialkarzinom nach Abschluss einer Primärtherapie zugelassen. Ausschlaggebend waren die Ergebnisse der Phase-III-Studie SOLO-1, in der Lynparza als Erhaltungstherapie im Vergleich zu Placebo bei Patientinnen mit fortgeschrittenem BRCA-mutiertem Ovarialkarzinom nach Platin-basierter Erstlinientherapie untersucht wurden.

Die 391 Patientinnen erhielten im Verhältnis 2:1 Olaparib-Filmtabletten oder Placebo für einen Zeitraum von bis zu 2 Jahren oder bis zur Krankheitsprogression. Die nach einem medianen Follow-up von 40,7 Monaten bekannt gegebenen Ergebnisse zeigen, dass die mediane Zeit bis zur Krankheitsprogression oder Tod im Olaparib-Arm noch nicht erreicht war, verglichen mit 13,8 Monaten unter Placebo (HR 0,30 [95 % KI, 0,23–0,41], p < 0,001). Dies ist die dritte Indikation für Lynparza®-Filmtabletten in der EU. Weitere Studien zum Ovarialkarzinom laufen. zyl

Pressemitteilung von AstraZeneca und MSD am 21. Juni 2019

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