ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2000Drogenpolitik Substitutionsgestützte Behandlung: Kausale Heilung entwickeln

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Drogenpolitik Substitutionsgestützte Behandlung: Kausale Heilung entwickeln

Dtsch Arztebl 2000; 97(3): A-94 / B-80 / C-80

Kewitz, Helmut

Zu dem Beitrag von Frau Christa Nickels, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Gesundheit, in Heft 44/1999
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LNSLNS . . . Zunächst sollte ganz klar sein, dass die mit Methadon gestützte Substitutionsbehandlung in allererster Linie die lebensbedrohlichen Risiken der täglich vier- bis sechsmaligen, sehr hoch dosierten intravenösen Injektionen von Heroin beseitigen soll, die sich jeder Süchtige appliziert. Einigkeit sollte auch darüber bestehen, dass es sich nicht um eine Entzugsbehandlung handelt oder um einen Ersatz für eine solche. Die Opiatsucht ist, bis auf wenige Ausnahmen, bei denen im Alter eine Spontanheilung eintreten kann, eine unheilbare Krankheit, und zwar eine chronische Vergiftung, die durch die zwanghafte, ständig wiederholte Aufnahme des Giftes unter Steigerung der Dosis bis hinauf in den hochtoxischen, tödlichen Bereich zustande kommt. Folgt man dieser These, dann sollte es, wie bei Vergiftungen generell, auch hier gelingen, eine kausale Heilung der Sucht zu entwickeln. Dazu sind umfassende, aber streng gezielte Forschungsarbeiten nötig. Vergiftungen gehören zu der kleinen Gruppe von Krankheiten, die sich prinzipiell kausal heilen lassen, wenn es gelingt, das Gift und seine Reaktionsprodukte aus dem Körper zu eliminieren . . .
Es wird also der Mitarbeit der Besten in den verschiedensten Ländern und in den verschiedensten Disziplinen - nicht nur der klinisch- und der nicht klinisch-medizinischen - bedürfen, um das Ziel, die kausale Heilung der Sucht, zu erreichen. Allein diese Kooperation zu organisieren und zu koordinieren wäre eine logistische Aufgabe allerersten Ranges . . .
Prof. Dr. med. Helmut Kewitz, Kaunstraße 2, 14163 Berlin
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