ArchivDeutsches Ärzteblatt27/1996Arzt im Praktikum: Vorwürfe wenig hilfreich

SPEKTRUM: Leserbriefe

Arzt im Praktikum: Vorwürfe wenig hilfreich

Kunze, Georg

Zu dem Leserbrief "Zu hohe Ansprüche" von Dr. med. Wolfgang Weise in Heft 20/1996
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LNSLNS . . . Die Möglichkeiten, zum Wohle seiner eigenen Weiterbildung in vernünftigen Abständen die Weiterbildungsstätte zu wechseln und auch einmal vorübergehend in andere Disziplinen "hineinzuschnuppern", waren zu Herrn Weises Assistenzarztzeit ungleich besser als heute. Darüber hinaus bestand für Herrn Weise die Aussicht, nach Facharztanerkennung zwischen einer Chefarzt- beziehungsweise Oberarztstelle in einer Klinik und der Tätigkeit in freier Praxis wählen zu können. Die Realität für die heutige Assistenzarzt- und AiP-Generation sieht so aus, daß nicht nur bis zur, sondern auch nach Facharztanerkennung die Arbeitslosigkeit droht, da in den Arbeitsverträgen des öffentlichen Dienstes für Assistenzärzte ausdrücklich das Ende des Beschäftigungsverhältnisses bei Facharztanerkennung festgehalten ist. Wie allgemein bekannt ist, sind auch Niederlassungsmöglichkeiten kaum noch vorhanden.
Die Forderung, erst über gute Leistung, dann über gutes Geld zu sprechen, ist sicher gerechtfertigt. Das größte Problem für die heutige Assistenzarztgeneration ist jedoch gerade, daß über Stellenbesetzung und deren Bezahlung leider meist nicht die Leistung, sondern viel eher Beziehungen, Aussehen und oft schlicht und einfach Glück die entscheidende Rolle spielen. Der heutigen AiP- und Assistenzarztgeneration einfach zu hohe Ansprüche vorzuwerfen hilft jedenfalls im Erfahrungsaustausch zwischen den Ärztegenerationen kaum weiter. Zum Glück gibt es auch heute Chefärzte, die den problematischen Berufsaussichten junger Ärzte offener gegenüberstehen, als dies offensichtlich bei Herrn Dr. Weise der Fall ist.
Dr. med. Georg Kunze, Im Tannhörnle 7, 78052 Villingen-Schwenningen
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