ArchivDeutsches Ärzteblatt PP7/2019Konversionstherapien: Gutachten stützen Spahns Verbotspläne

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Konversionstherapien: Gutachten stützen Spahns Verbotspläne

Eckert, Nadine

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Pressekonferenz zum Konversionstherapieverbot (von links): Jens Spahn, Jörg Litwinschuh- Barthel, geschäftsführender Vorstand der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld, sowie Martin Burgi und Peer Briken. Foto. dpa
Pressekonferenz zum Konversionstherapieverbot (von links): Jens Spahn, Jörg Litwinschuh- Barthel, geschäftsführender Vorstand der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld, sowie Martin Burgi und Peer Briken. Foto. dpa

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will sogenannte „Konversionstherapien“ für Homosexuelle in Deutschland verbieten. Zwei neue wissenschaftliche Gutachten und die Beratungsergebnisse einer Fachkommission stützen dieses Vorhaben, für das Spahn noch in diesem Jahr einen Gesetzentwurf in den Bundestag einbringen will. „Diese beiden Gutachten bestätigen mich in meiner Haltung, diese fälschlicherweise als Therapien bezeichneten Interventionen verbieten zu wollen“, sagte Spahn. Sogenannte „Konversionstherapien“ – auch „Reparationstherapien“ – zielen darauf, schwule und lesbische Menschen von ihrer Homosexualität zu „heilen“. Die wissenschaftliche Literatur zeige sehr klar, dass Homosexualität keine Krankheit sei und somit auch die Indikation für eine Behandlung fehle, stellt Prof. Dr. med. Peer Briken, Direktor des Instituts für Sexualforschung, Sexualmedizin und Forensische Psychiatrie am Universitätsklinikum Hamburg, in seinem Gutachten fest. Darüber hinaus gebe es keine Evidenz, dass die sexuelle Orientierung von außen beeinflussbar oder eine bewusste Entscheidung sei. Auf der anderen Seite zeigt das Gutachten die Gefahr schädlicher Auswirkungen auf: Depressivität, Angst und Suizidalität könnten die Folge sein, wenn Menschen Interventionen ausgesetzt seien, die eine Veränderung der sexuellen Orientierung zum Ziel hätten. Prof. Dr. iur. Martin Burgi, Lehrstuhlinhaber für Öffentliches Recht, Wirtschaftsverwaltungsrecht, Umwelt- und Sozialrecht der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München, kam in seiner Analyse zum Ergebnis, dass ein Verbot rechtlich möglich ist. nec

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