ArchivDeutsches Ärzteblatt PP7/2019Psychische Belastungen: Stiftung Warentest prüft Online-Programme

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Psychische Belastungen: Stiftung Warentest prüft Online-Programme

Bühring, Petra

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Die Gutachter prüften nach Kriterien von Fachgesellschaften und Bundespsychotherapeutenkammer. Foto: picture alliance/dpa
Die Gutachter prüften nach Kriterien von Fachgesellschaften und Bundespsychotherapeutenkammer. Foto: picture alliance/dpa

Einige Online-Programme gegen Depressionen können Betroffenen helfen. Dieses Urteil trifft die Stiftung Warentest, die für die Juli-Ausgabe der Zeitschrift Test insgesamt acht Angebote prüfte und vier davon als empfehlenswert einstufte (www.test.de/online-psychotherapie). „Moodgym“ zur Prävention und Linderung depressiver Symptome hat dabei als einziges kostenfreies Angebot das Prädikat „empfehlenswert“ erhalten.

Nach Angaben der Stiftung Warentest prüften zwei psychotherapeutische Gutachter die Angebote nach Qualitätskriterien der Bundespsychotherapeutenkammer und von Fachgesellschaften. Wichtig sei bei der Prüfung auch gewesen, ob die Programme auf wissenschaftlich anerkannten Verfahren beruhen, ob Inhalte und Einsatzgebiete (wie Symptome und Schweregrad) transparent benannt werden und wie die Entwickler qualifiziert sind.

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Die Gutachter berücksichtigten auch Aspekte der Patientensicherheit, etwa ob Anbieter zu den Grenzen und Risiken der Programme informieren. So weist die Stiftung explizit darauf hin, dass die meisten Angebote nicht für schwere Depressionen gedacht sind. Auch für die genaue Diagnose seien Ärzte und Psychotherapeuten vor Ort wichtig.

Die Bundesvorsitzende der Deutschen Psychotherapeutenvereinigung, Barbara Lubisch, findet sehr wichtig, dass Ärzte und Psychotherapeuten eine Indikation für solche Online-Programme stellen. Wenn Krankenkassen ohne Indikation solche Programme anböten, sei dies nicht in Ordnung. „Krankenkassen können nicht über die Behandlung von psychisch Kranken entscheiden“, betont sie. Grundsätzlich kann sich Lubisch die Verwendung von Online-Interventionen begleitend zur Psychotherapie vorstellen, beispielsweise über eine Verordnung als Hilfsmittel. pb

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