ArchivDeutsches Ärzteblatt PP7/2019Zi-Versorgungsatlas: Diagnoseprävalenz von Depressionen steigt

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Zi-Versorgungsatlas: Diagnoseprävalenz von Depressionen steigt

PP 18, Ausgabe Juli 2019, Seite 292

Hillienhof, Arne

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Bei Männern hat die Diagnoseprävalenz für Depressionen um 40 Prozent zugenommen, bei Frauen um 20 Prozent. Foto: glegorly/iStock
Bei Männern hat die Diagnoseprävalenz für Depressionen um 40 Prozent zugenommen, bei Frauen um 20 Prozent. Foto: glegorly/iStock

Zwischen 2009 und 2017 haben ambulant tätige Ärzte und Psychotherapeuten deutlich häufiger depressive Störungen diagnostiziert und dokumentiert. Die Diagnoseprävalenz in diesem Zeitraum stieg von 12,5 auf 15,7 Prozent. Das entspricht einem Plus von 26 Prozent. 2017 erhielt etwa jeder sechste gesetzlich Krankenversicherte mindestens eine Diagnose einer depressiven Störung. Die Daten stammen aus einer neuen Untersuchung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi) im Rahmen des Versorgungsatlas. Grundlage der Studie sind bundesweite vertragsärztliche Abrechnungsdaten der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV).

Der Analyse zufolge hat sich die Diagnoseprävalenz depressiver Störungen in dem untersuchten Zeitraum zwischen Männern und Frauen angenähert. Frauen erhielten zwar in allen Jahren etwa doppelt so häufig eine Depressionsdiagnose wie Männer. Doch der stärkere Prävalenzzuwachs bei Männern mit plus 40 Prozent verglichen mit plus 20 Prozent bei Frauen schwächte den Unterschied zwischen den Geschlechtern ab. So lag die Diagnoseprävalenz im Jahr 2017 bei Frauen noch etwa 1,9-fach höher als bei Männern, verglichen mit 2,2-fach im Jahr 2009.

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Eine Annäherung bei der Diagnoseprävalenz gibt es offenbar auch zwischen alten und neuen Bundesländern: In den neuen Bundesländern ohne Berlin fiel die Zunahme in der Diagnoseprävalenz mit plus 41 Prozent stärker aus als in den alten Bundesländern mit plus 23 Prozent, sodass sich der Ost-West-Unterschied verringerte. Doch auch im Jahr 2017 lag die Diagnosehäufigkeit in den alten Bundesländern noch rund 20 Prozent höher als in den neuen Bundesländern (15,8 Prozent versus 13,0 Prozent).

Laut der Studie haben insbesondere die Hausärzte zunehmend spezifischer codiert. Während 2009 etwa 77 Prozent aller hausärztlichen Depressionsdiagnosen unspezifisch codiert worden sind, waren es im Jahr 2017 nur noch 50 Prozent. hil

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