ArchivDeutsches Ärzteblatt PP7/2019Psychiatrische Kliniken: Bundeskammer fordert mehr therapeutisches Personal

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Psychiatrische Kliniken: Bundeskammer fordert mehr therapeutisches Personal

Hillienhof, Arne

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Nur eine halbe Stunde therapeutisches Einzelgespräch pro Woche erhalten Klinikpatienten. Foto: picture alliance/BSIP
Nur eine halbe Stunde therapeutisches Einzelgespräch pro Woche erhalten Klinikpatienten. Foto: picture alliance/BSIP

In psychiatrischen Kliniken ist mehr therapeutisches Personal notwendig. Dafür hat sich die Bundes­psycho­therapeuten­kammer (BPtK) ausgesprochen. Die stationäre Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen hinke „viel zu sehr hinter Leitlinienempfehlungen her“ und sei „im Schwerpunkt häufig medikamentös ausgerichtet, sagte BPtK-Präsident Dr. rer. nat. Dietrich Munz. Er kritisierte, dass Patienten nur die Hälfte der psychotherapeutischen Gespräche bekommen würden, die für eine gute Versorgung notwendig seien.

Die Forderung der BPtK richtet sich an den Gemeinsamen Bundes­aus­schuss (G-BA), der nach vierjährigen Beratungen bis zum 30. September über bessere Personalstandards in der stationären Versorgung von psychisch akut und schwer kranken Menschen entscheiden soll.

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„Patienten mit einer Schizophrenie erhielten 2017 in Kliniken im Durchschnitt nicht einmal ein 25-minütiges Einzelgespräch bei Ärzten, Psychotherapeuten oder Psychologen pro Woche“, gab Munz ein Beispiel. Auch die meisten Patienten mit unipolaren Depressionen, Belastungs- und Anpassungsstörungen oder Angsterkrankungen erhielten ebenso wenig.

„Psychisch kranke Menschen erhalten ambulant oft ein besseres psychotherapeutisches Angebot als in den Kliniken“, kritisierte der BPtK-Präsident. Dies müsse sich dringend ändern. hil

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