ArchivDeutsches Ärzteblatt PP7/2019Depression: Präventionsmaßnahmen für alle Lebensabschnitte

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Depression: Präventionsmaßnahmen für alle Lebensabschnitte

PP 18, Ausgabe Juli 2019, Seite 327

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Während die Behandlung der Depression schon lange erforscht wird, gilt die Aufmerksamkeit erst seit einiger Zeit auch der Prävention. Psychologinnen um Maria Koschig (MA) vom Institut für Sozialmedizin der Universität Leipzig informieren darüber, dass präventiven Strategien häufig Vulnerabilitäts-Stress-Modelle zugrunde liegen, die davon ausgehen, dass die Wahrscheinlichkeit, psychisch zu erkranken, vom Verhältnis angeborener Vulnerabilität und äußeren Stressoren einerseits sowie protektiven und förderlichen Faktoren andererseits abhängt. Zu den Maßnahmen der Depressionsprävention zählen unter anderem Lebensstilinterventionen (körperliche Aktivität, Bewegungsförderung, Schlafhygiene), soziale Interventionen (Förderung sozialer Aktivitäten, Stabilisierung sozialer Beziehungen, soziale Unterstützung) sowie psychologische Interventionen (Stressmanagement, Förderung positiver Aktivitäten und der Resilienz, Erhöhung der Entspannungs- und Genussfähigkeit). „Einem Großteil der Interventionen liegen kognitiv-verhaltenstherapeutische Prinzipien zugrunde“, so die Autorinnen. Die Maßnahmen werden nach ihrem Einsatz in bestimmten Lebensabschnitten eingeteilt und in unterschiedlichen Settings angewendet. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass Kinder und Jugendliche von schulbasierten Präventionsprogrammen wie zum Beispiel „Gesundheit und Optimismus (GO!)“ oder Leichtigkeit im Sozialen Alltag – Training (LISA-T)“ profitieren können. Für berufstätige Erwachsene steht unter anderem das Programm „Ressourcen und Stressmanagement für Un- und Angelernte bei kultureller Diversität (Re-SuDi)“ zur Verfügung, und bei Senioren kann die Förderung sozialer Aktivitäten präventiv wirken. Darüber hinaus gibt es Online-Programme wie zum Beispiel „MoodGYM“ („Fitness für die Stimmung“), die zum Selbstmanagement oder als Therapieelement genutzt werden. ms

Koschig M, Conrad I, Riedel-Heller S: Prävention der Depression – Ansätze, Evidenz und Beispiele guter Praxis. Psychotherapeut 2019; 64 (1): 4–8.

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