ArchivDeutsches Ärzteblatt29-30/2019GOÄ-Ratgeber: Individual-Ausblendung mittels Multileaf-Kollimator (1)

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GOÄ-Ratgeber: Individual-Ausblendung mittels Multileaf-Kollimator (1)

Dtsch Arztebl 2019; 116(29-30): A-1394 / B-1150 / C-1134

Pieritz, Anja

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Viele diagnostische und therapeutische Verfahren der modernen Medizin werden von der gültigen Amtlichen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) nicht abgedeckt. Dies gilt auch für die Strahlentherapie.

Grundsätzlich kann jeder Arzt für eine selbstständige ärztliche Leistung, die nicht im Gebührenverzeichnis aufgeführt ist, eine nach Art, Kosten und Zeitaufwand gleichwertige Leistung aus dem Gebührenverzeichnis als sogenannte analoge Bewertung heranziehen (vergleiche § 6 Abs. 2 GOÄ).

Um möglichst bundeseinheitliche analoge Bewertungen mit einer hohen Akzeptanz bei den Kostenträgern zu finden, wurde am 31. Januar 1997 von der Bundes­ärzte­kammer (BÄK) die Gründung des „Zentralen Konsultationsausschusses für Gebührenordnungsfragen“ (ZK) bei der BÄK beschlossen. In diesem Ausschuss entscheiden Vertreter des PKV-Verbandes, des Bundesministeriums für Gesundheit, des Bundesministeriums des Innern (BMI) für die Beihilfeträger sowie der Bundes­ärzte­kammer gemeinsam über eine analoge Bewertung. Diese Beschlüsse sind rechtsrelevant, aber nicht rechtsverbindlich. Sie werden nach dem Beschluss im Deutschen Ärzteblatt veröffentlicht und ebenfalls auf die Homepage der BÄK gestellt (http://daebl.de/LA24).

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2005 hat sich der ZK mit Abrechnungsempfehlungen zu neuen Verfahren in der Strahlentherapie beschäftigt und dazu zahlreiche Beschlüsse gefasst (, Heft 37/2005).

Ein Beschluss bezieht sich auf die analoge Bewertung der „Computergestützte(n) Individual-Ausblendung (Multileaf-Kollimatoren = MLC) einmal je Feld und Bestrahlungsserie, einschließlich Programmierung, analog der Nummer 5378 GOÄ“ (A 5830). Die A 5830 hat zum Inhalt, dass „individuelle Ausblendungen zum Schutz von Normalgewebe und Organen […] anstelle von Bleiblöcken auch durch Programmierung eines (Mikro-)Multileaf-Kollimators erstellt werden [können]“.

Für den Programmieraufwand kann die analoge Nummer (Nr.) 5378 GOÄ einmal je Feld und Bestrahlungsserie angesetzt werden. Eine Einschränkung zum Einsatz bezüglich der Indikation erfolgte nicht (siehe „Multileaf-Kollimator nur bei bösartigen Erkrankungen“, , Heft 1–2/ 2008).

Auch dass die Programmierung des Multileaf-Kollimators (A 5830) nur neben der konventionellen Bestrahlung, nicht aber neben den Leistungen der stereotaktischen Bestrahlung nach A 5860, A 5861, A 5863 oder A 5865 berechnungsfähig sei, wird immer mal wieder diskutiert. Festzustellen ist dazu, dass bei keiner dieser analogen Bewertungen die Programmierung des MLC Eingang in die Leistungslegende gefunden hat, obwohl diese analogen Bewertungen zeitgleich mit der Programmierung des MLC im ZK verhandelt worden sind (siehe hierzu , Heft 39/2008).

Zu der (unzutreffenden) Annahme, dass die Programmierung des MLC nur einmalig je Bestrahlungsserie berechnungsfähig sei, da in der Leistungslegende der Singular für „Einstellung“ und „MLC“ verwendet werde, erscheint zeitnah ein eigener Ratgeber. Dr. med. Anja Pieritz

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