ArchivDeutsches Ärzteblatt29-30/2019Ambulante Soziotherapie: Widerspruch
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Seit 2004 wird die Soziotherapie systematisch behindert! Die Akteure dieser Behinderung befinden sich auf allen Ebenen der Institutionen und Einzelpersonen, sind sich dessen aber wohl nicht bewusst beziehungsweise können oder/und wollen dieses Tun nicht wahrnehmen. Jeder von uns Akteuren und Akteurinnen frage sich jetzt bitte selbst, was er/sie dazu beiträgt.

Nun ist seit einem Jahr eine skandalträchtige Behinderung dazugekommen, die, wenn ich sie berichte und den entsprechend verantwortlichen Institutionen mitteile, zweifelndes Kopfschütteln und ein „das kann doch gar nicht sein“ hervorrufen: Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie (Weiterbildungsbezeichnung), die im Rahmen der ambulanten vertragsärztlichen Behandlung ausschließlich ärztliche Psychotherapie (äPT, Fachgruppe im EBM) erbringen, wird die Erbringung der QS-Leistung „Soziotherapie“ durch die bundesweiten KVen verweigert. Die schriftliche Begründung nach meinen zweimaligen Widersprüchen (2007, 2018) der KV Berlin: Ärztliche Psychotherapeuten sind nicht, anders als die psychologischen Psychotherapeuten, in der aktualisierten Soziotherapie-Richtlinie 2017 (siehe G-BA Beschluss vom 16. März 2017, Abs. 4, § 4 cc) f)) aufgeführt! Seit dem 30. August 2018 wird mein Widerspruch beim Vorstand der KV Berlin „geprüft“. 215 ärztliche Psychotherapeuten bleiben allein in Berlin von der Leistungsverordnung Soziotherapie weiterhin ausgeschlossen. Die Folgen für die Patienten und die Gesundheitskassen sind welche?

Uwe Wolf, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 10365 Berlin

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