ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2019GOÄ-Ratgeber: Individual-Ausblendung mittels Multileaf-Kollimator (2)

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GOÄ-Ratgeber: Individual-Ausblendung mittels Multileaf-Kollimator (2)

Dtsch Arztebl 2019; 116(31-32): A-1450 / B-1198 / C-1182

Pieritz, Anja

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Zahlreiche moderne Verfahren der Strahlentherapie werden in der geltenden amtlichen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) nicht abgedeckt. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass die GOÄ letztmalig 1996 in Teilen novelliert worden ist.

Damit möglichst bundeseinheitliche analoge Bewertungen und eine einheitliche Erstattung durch die Kostenträger erfolgen kann, wurde am 31. Januar 1997 von der Bundes­ärzte­kammer (BÄK) die Gründung des „Zentralen Konsultationsausschusses für Gebührenordnungsfragen“ (ZK) bei der BÄK beschlossen. In diesem Ausschuss entscheiden Vertreter des PKV-Verbandes, des Bundesministeriums für Gesundheit, des Bundesministeriums des Innern (BMI) für die Beihilfeträger sowie der Bundes­ärzte­kammer gemeinsam über eine analoge Bewertung. Diese Empfehlungen sind rechtsrelevant, aber nicht rechtsverbindlich.

Der ZK hat 2005 und später zu der modernen Strahlentherapie einige Empfehlungen beschlossen, die auf der Homepage der BÄK unter der Rubrik Ärzte/ Gebührenordnung nachzulesen sind (http://daebl.de/LA24). Die Ratgeber zu diesem Thema findet man ebenfalls auf der Homepage der BÄK (http://daebl.de/PM66).

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Für die Programmierung des Multileaf-Kollimators wurde eine analoge Bewertung beschlossen: „Computergestützte(n) Individual-Ausblendung (Multileaf-Kollimatoren = MLC) einmal je Feld und Bestrahlungsserie, einschließlich Programmierung, analog der Nummer 5378 GOÄ“ (A 5830).

Die A 5830 hat zum Inhalt, dass „individuelle Ausblendungen zum Schutz von Normalgewebe und Organen […] anstelle von Bleiblöcken auch durch Programmierung eines (Mikro-)Multileaf-Kollimators erstellt werden [können]“.

Hierzu ist bereits ein GOÄ-Ratgeber (vergleiche Heft 29–30/2019) erschienen, der von dem heutigen ergänzt wird.

Vereinzelt wird die These vertreten, dass die Programmierung des MLC nur einmalig je Bestrahlungsserie berechnungsfähig sei, da in der Leistungslegende der Singular für „Einstellung“ und „MLC“ verwendet werde. Außerdem, so wird dort argumentiert, sei zu unterstellen, dass bei dem Beschluss die modernen Verfahren der Strahlentherapie noch nicht bekannt gewesen seien. Die Autorin war bei den Beratungen persönlich anwesend und kann diese These nicht bestätigen. Auch aus der Leistungslegende wird deutlich, dass eine Abrechnung je Feld gewünscht war. Im Übrigen wurden auch vor der Verwendung des MLC mehrere Bleiblöcke angefertigt, um je nach Bestrahlungsfeld die benachbarten Strukturen bestmöglich schonen zu können.

Für die intensitätsmodulierte Strahlentherapie (IMRT), bei der eine Vielzahl an Feldern entsteht, die jeweils individuell mittels MLC ausgeblendet werden, hat die BÄK eine eigene analoge Abrechnung der Nr. 5855 GOÄ empfohlen (vergleiche DÄ, Heft 17/2011). Dabei sind dann auch individuell angepasste Ausblendungen mit umfasst, sodass daneben die A 5830 nicht mehr zusätzlich berechnet werden kann. Weitere Ausführungen dazu siehe auch in Heft 20/2011 und 3/2015. Dr. med. Anja Pieritz

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