ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2019Sprechstörungen: Hessen fördert Onlinestottertherapie für Kinder

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Sprechstörungen: Hessen fördert Onlinestottertherapie für Kinder

Dtsch Arztebl 2019; 116(31-32): A-1442 / B-1194 / C-1178

Hillienhof, Arne

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Foto: puckillustrations/stock.adobe.com
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Das Hessische Ministerium für Soziales und Integration fördert die Entwicklung einer Onlinestottertherapie namens „Frankini“ für drei- bis sechsjährige Kinder. Die Therapie des Instituts der Kasseler Stottertherapie (KST) hat sich nach Angaben des Ministeriums für Jugendliche und Erwachsene ab 13 Jahren bereits bewährt. Mit der Förderung von rund 490 000 Euro will das Institut seine Onlinetherapie auf die Altersgruppe der Drei- bis Sechsjährigen ausweiten.

„Frühes Stottern wächst sich nicht von alleine aus, aber mit einer evidenzbasierten, standardisierten Therapie zum frühestmöglichen Zeitpunkt können wir vielen Kindern einen späteren Therapiemarathon ersparen“, sagt Dr. med. Alexander Wolff von Gudenberg, Leiter des KST. Je jünger ein Kind bei Behandlungsbeginn sei und je kürzer der Zeitraum, in dem es stotterte, desto höher sei die Chance, dass sich die Sprechstörung wieder auflöse.

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Bei der Kasseler Stottertherapie eignen sich die Patientinnen und Patienten durch das Üben mit einem Biofeedbackprogramm eine spezielle weiche Sprechweise an, die Unflüssigkeiten beim Sprechen deutlich verringert. Selbst schwer stotternde Menschen lernen laut KST, ohne Hast, Spannung oder Druck weich und ohne Stolpern zu sprechen. Im „Frankini“-Projekt werden die Drei- bis Sechsjährigen mit einer kindgerechten Form der Trainingssoftware behandelt. Dabei werden die Eltern zu Therapeuten ihrer Kinder ausgebildet und begleiten die Therapie.

Auf seiner Webseite informiert das Kasseler Institut über die Therapieangebote und Teilnahmemöglichkeiten. So ist die Behandlung in vier Module aufgeteilt, die jeweils zwischen zwei und vier Monaten dauern. Sie beginnt mit einem Onlinetraining, in dem zunächst die Eltern Handlungsstrategien erlernen, wie sie mit dem Stottern ihrer Kinder umgehen und gemeinsam mit ihnen das Softwareprogramm nutzen können. Darauf aufbauend folgt im nächsten Schritt die Onlinetherapie der Kinder, die in den beiden letzten Modulen von einer Präsenztherapie begleitet wird. hil

www.kasseler-stottertherapie.de

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