ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2019Stiftung Warentest: Ungerechtfertigt
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Die Präsidentin der Deutschen Diabetes-Gesellschaft, Prof. Dr. Monika Kellerer, schreibt in ihrem Kommentar unter anderem, dass ein seriöser Vergleich von Arzneimitteln „die Kapazitäten von Stiftung Warentest weit übersteigt“ und es sich bei unseren Bewertungen um eine „subjektive Einschätzung eines Testteams“ handele. Beide Aussagen sind falsch. Ein Expertenkreis aus medizinischen und pharmazeutischen Gutachterinnen und Gutachtern sowie ein Fachinstitut werten seit dem Jahr 2000 Studien zu Medikamenten und Wirkstoffen aus und leiten daraus Bewertungen ab. Dabei nutzen sie eine festgelegte Methodik und die strengen Kriterien der evidenzbasierten Medizin. Zudem berücksichtigen sie Publikationen von Institutionen, die im Auftrag des Gesetzgebers Nutzenbewertungen therapeutischer Interventionen vornehmen. Dazu gehören beispielsweise Dossiers des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in Köln und des National Institute for Health and Clinical Excellence (NICE) in London, Großbritannien.

In unserer Datenbank www.medikamente-im-test.de finden sich Bewertungen von 9 000 Medikamenten für 132 Krankheiten. Auch unsere Testkriterien sowie unsere Gutachter sind dort aufgeführt.

Daneben wirft Frau Dr. Kellerer uns und unseren Arzneimittelexperten vor, wir würden den Wirkstoff Metformin von unserer Bewertung her besser stellen als neuere Wirkstoffe aus der Klasse der SGLT-2-Hemmer und GLP-1-Rezeptoragonisten. Dabei seien diese wegen ihres Zusatznutzens ins aktuelle Disease Management Programm (DMP) für Diabetes Typ 2 aufgenommen. Liest man dort nach, zeigt sich aber, dass die besagten Wirkstoffe (namentlich Liraglutid und Empagliflozin) dort keineswegs als erste Wahl bei allen Typ-2-Diabetikern geführt werden. Empfohlen sind sie vielmehr nur bei manifesten Herz-Kreislauf-Erkrankungen und in Kombination mit anderen Wirkstoffen. Das entspricht inhaltlich genau unserer Bewertung der beiden Wirkstoffe, wonach diese genau in der genannten Indikation und Anwendungsart „geeignet“ sind, und wir halten auch diesen Kritikpunkt für unberechtigt.

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Heike van Laak, Abteilungsleiterin Kommunikation Stiftung Warentest, 10785 Berlin

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