ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2019Anästhesievorbereitung: Welche Medikamente vor einer Narkose abgesetzt werden sollten

MEDIZINREPORT

Anästhesievorbereitung: Welche Medikamente vor einer Narkose abgesetzt werden sollten

Dtsch Arztebl 2019; 116(31-32): A-1428 / B-1183 / C-1167

Schreiner, Mathias J.; Kehl, Franz

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Die Gabe von 10 Medikamenten während eines stationären Aufenthalts ist nicht ungewöhnlich. Somit sind Kenntnisse der Wirkungen und Arzneimittelinteraktionen unverzichtbar, um schwerwiegende Nebenwirkungen zu verhindern – auch im Rahmen der Anästhesievorbereitung.

Foto: picture alliance BSIP
Foto: picture alliance BSIP

Die Anästhesie ist in den letzten Jahren sehr sicher geworden. Dies ist einerseits auf Verbesserungen der Gerätetechnik und der Narkoseverfahren (insbesondere beim Atemwegsmanagement) zurückzuführen, andererseits begründet in den heute zur Verfügung stehenden Narkotika. Schwerwiegende, unmittelbar lebensbedrohliche Nebenwirkungen wie anaphylaktischer Schock oder Leberzellnekrosen durch Narkosemedikamente sind selten, und die maligne Hyperthermie als lebensbedrohliche Erkrankung bei genetisch disponierten Individuen ist gut behandelbar. Somit konnte die anästhesieassoziierte Mortalität in den letzten 40 Jahren auf ein Risiko von 1 : 250 000 Narkosen gesenkt werden (1).

Hinsichtlich der Medikamentensicherheit ist der Metabolismus heutiger volatiler Anästhetika von großer Bedeutung, da diese die Leber und die Niere praktisch nicht belasten. So beträgt die Metabolisierungsrate von Desfluran nur 0,02 %, von Isofluran 0,2 % und von Sevofluran unter 5 %. Zum Vergleich: Das in Deutschland nicht mehr zugelassene Halothan wird zu 20 % hepatisch verstoffwechselt (2, 3).

Volatile Anästhetika bevorzugt

Hier hat sich ein Wandel vollzogen: Galt in früheren Zeiten noch die Sichtweise, bei Patienten mit einer vorgeschädigten Leber volatile Anästhetika zu meiden, werden diese heute bevorzugt eingesetzt, da sie die Leber nicht belasten, eine quantitativ zu vernachlässigende Metabolisierungsrate aufweisen und sich sogar durch organprotektive Effekte auszeichnen (4).

Die organprotektive Wirkung der volatilen Anästhetika Isofluran, Sevofluran und Desfluran begründet ihre bevorzugte Auswahl in Zusammenschau mit den Vorerkrankungen des Patienten – zum Beispiel profitieren kardiovaskulär vorerkrankte Patienten von ihrer Verwendung (4).

Die Begleitmedikation der Patienten spielt in zweierlei Hinsicht eine Rolle:

  • Gibt es Arzneimittelinteraktionen mit den verwendeten Anästhetika? Hierbei sind einerseits sowohl medikamentöse Nebenwirkungen und Interaktionen zwischen den Substanzen als auch Sicherheitshinweise des Herstellers zu beachten. Glücklicherweise sind direkte Interaktionen selten; sie betreffen zum Beispiel die Gabe von Pethidin bei Patienten, die mit Monoaminoxidasehemmern (MAO-Hemmer) behandelt werden.
  • Gibt es pharmakodynamische Wirkungen, die die Ziele einer modernen Narkoseführung kompromittieren? Das Ziel der Narkoseführung ist die „Euhomöostase“. Darunter versteht man die Aufrechterhaltung aller physiologischen, Vital- und Laborparameter im Normbereich. Neuerdings wird darunter die 10-N-Regel (Normovolämie, Normotension, Normokapnie, Normoglykämie, Normofrequenz, Normoxämie, Normothermie, Normonatriämie, No fear, No pain) verstanden (5).

Als ein unabhängiger Prädiktor für eine perioperative Mortalität ist in verschiedenen Studien das Auftreten von arteriellen Hypotonien identifiziert worden. Galt vor wenigen Jahren noch die Regel, dass eine arterielle Hypotonie unter Narkose „normal“ sei, ist dies unter heutigen Erkenntnissen nicht mehr haltbar. Es konnte ein Zusammenhang zwischen kardialen Ereignissen und der Häufigkeit des Auftretens einer Niereninsuffizienz in Abhängigkeit eines mittleren arteriellen Blutdrucks (MAP) von < 55 mmHg und der Dauer der hypotonen Phase nachgewiesen werden (6, 7).

Verhinderung von Hypotonien

Aus diesen Erkenntnissen wird heute als ein wesentliches Ziel abgeleitet, Hypotonien während der Narkose zu verhindern. Begleitmedikationen, die eine arterielle Hypotonie unter Narkose begünstigen, müssen daher weggelassen werden. Dies trifft somit verallgemeinernd auf alle Medikamente zu, die den Blutdruck senken.

Ein weiteres praxisrelevantes Beispiel des Einflusses der Dauermedikation unter Narkose betrifft die Gabe von Antidiabetika. Das Ziel ist, eine Normoglykämie während der Narkose aufrechtzuerhalten. Dabei sollen sowohl eine Hypoglykämie als auch eine Hyperglykämie vermieden werden.

Metformin: Orale Antidiabetika sind die am dritthäufigsten verordneten Medikamente, darunter ist Metformin in Deutschland der Spitzenreiter (16). Somit gehört Metformin zu den Wirkstoffen, die viele Patienten mit Typ-2-Diabetes in der täglichen Medikation erhalten. Eine seltene, aber potenziell tödliche Komplikation im perioperativen Verlauf ist die Laktazidose. Ihre Häufigkeit wird mit 3 : 100 000 Patientenjahren angegeben. Wenn sie auftritt, ist die Mortalität mit 39–50 % hoch (17).

Nach heutiger Sichtweise ist die Hauptdeterminante einer Laktazidose im Zusammenhang mit Metformin nicht die Interaktion mit einer Allgemeinanästhesie, sondern die Kumulation bei einer höhergradigen Niereninsuffizienz mit Reduktion der glomerulären Filtrationsrate. Diese kann präoperativ bestehen oder sich postoperativ entwickeln. Eine nicht angepasste Dosierung bei reduzierter glomerulärer Filtrationsrate ist daher der Hauptgrund für eine Laktazidose, weshalb Metformin pausiert werden sollte (17). Sowohl nach Herstellerangaben als auch nach den Empfehlungen des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) muss die Metformingabe entsprechend 48 Stunden vor dem Eingriff ausgesetzt werden (17).

SGLT-2-Inhibitoren: Die 2014 eingeführten SGLT-2-Inhibitoren hemmen die renale Glukosereabsorbtion. Der antihyperglykämische Effekt ist abhängig von der Ausscheidung der Nierenfunktion. Ab einer GFR von < 60 ml/min ist der Einsatz der SGLT-2-Inhibitoren nicht mehr wirksam. Es sind Fälle von normoglykämischer Ketoazidose unter SGLT-2-Medikationen beschrieben (18). Vom Hersteller wurde auf die Notwendigkeit des Absetzens der SGLT-2-Inhibitoren bei akuten Erkrankungen und größeren chirurgischen Eingriffen hingewiesen (19, 20).

In den Fachinformationen findet sich keine Festlegung auf die präoperative Einnahmepause. Hier empfehlen wir aus Sicherheitsgründen ein 48-stündiges präoperatives Pausieren der Medikamenteneinnahme. Sie sollte postoperativ erst bei normaler Nierenfunktion fortgeführt werden. Der Umgang mit präoperativ verordneten Dauermedikamenten wird je nach Zugehörigkeit der Fachgesellschaften unterschiedlich bewertet (815). Eine Übersicht der entsprechenden Empfehlungen findet sich in der Tabelle.

Empfehlungen im Umgang mit präoperativ und präanästhesiologisch bestehenden Dauermedikamenten
Empfehlungen im Umgang mit präoperativ und präanästhesiologisch bestehenden Dauermedikamenten
Tabelle
Empfehlungen im Umgang mit präoperativ und präanästhesiologisch bestehenden Dauermedikamenten

Ältere Patienten: Im älteren Patientenkollektiv geht die Gabe von Medikamenten mit einem höheren Risiko für das Auftreten eines Delirs einher. Hier sind vor allem Pe-thidin, Antihistaminika, Spasmolytika, trizyklische Antidepressiva und Atropin zu erwähnen (21).

Fazit: Die Gabe von 10 Medikamenten während eines stationären Aufenthalts ist nicht ungewöhnlich. Somit sind Kenntnisse der Wirkungen, Arzneimittelinteraktionen und Herstellerempfehlungen unverzichtbar, um schwerwiegende Nebenwirkungen zu verhindern.

Dr. med. Mathias J. Schreiner

Prof. Dr. med. Franz Kehl

Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin,
Städtisches Klinikum Karlsruhe

Interessenkonflikt: Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Der Artikel basiert auf einer Publikation in:
Arzneiverordnung in der Praxis, Jahrgang 46,
Ausgabe 1–2, März 2019.

Literatur im Internet:
www.aerzteblatt.de/lit3119
oder über QR-Code.

1.
Schiff JH, Welker A, Fohr B, et al.: Major incidents and complications in otherwise healthy patients undergoing elective procedures: results based on 1.37 million anaesthetic procedures. Br J Anaesth 2014; 113: 109–21 CrossRef MEDLINE
2.
Gottschalk A, Van Aken H, Zenz M, Standl T: Is anesthesia dangerous? Dtsch Arztebl Int 2011; 108: 469–74 VOLLTEXT
3.
Vollmer MK, Rhee TS, Rigby M, et al.: Modern inhalation anesthetics: potent green house gases in the atmosphere. Geophys Res Lett 2015; 42: 1606–11 CrossRef
4.
Lotz C, Kehl F: Volatile anesthetic-induced cardiac protection: molecular mechanisms, clinical aspects, and interactions with nonvolatile agents. J Cardiothorac Vasc Anesth 2015; 29: 749–60 CrossRef MEDLINE
5.
Sumpelmann R, Becke K, Brenner S, et al.: Perioperative intravenous fluid therapy in children: guidelines from the association of the Scientific Medical Societies in Germany. Paediatr Anaesth 2017; 27: 10–8 CrossRef MEDLINE
6.
Devereaux PJ, Biccard BM, Sigamani A, et al.; Writing Committee for the vision Study investigators: Association of postoperative high-sensitivity troponin levels with myocardial injury and 30-day mortality among patients undergoing noncardiac surgery. JAMA 2017; 317: 1642–51.
7.
Walsh M, Devereaux PJ, Garg AX, et al.: Relationship between intraoperative mean arterial pressure and clinical outcomes after noncardiac surgery: toward an empirical definition of hypotension. Anesthesiology 2013; 119: 507–15 CrossRefMEDLINE
8.
Zwissler B: Empfehlungen von DGAI, DGIM, DGCH: Präoperative Evaluation erwachsener Patienten vor elektiven, nichtkardiochirurgischen Eingriffen. Kardiologe 2011, 5: 13–26 CrossRef
9.
Gallwitz B, Siegel EG: Positionspapier der Deutschen Diabetes Gesellschaft zur Therapie des Diabetes mellitus im Krankenhaus (2. rev. Fassung, Mai 2017). https://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/fileadmin/Redakteur/Leitlinien/Praxisempfehlun gen/2017/Positionspapier_der_DDG_
zur_Therapie_des_DM_im_Krankenhaus_
2._revidierte_Fassung_Dreyer_2017_SV_
30052017.pdf (last accessed on 8 April 2019).
10.
Bundes­ärzte­kammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF): Nationale Versorgungsleitlinie Therapie des Typ-2-Diabetes – Langfassung (1. Aufl., Version 4, zuletzt geändert Nov. 2014). https://www.leitlinien.de/mdb/downloads/nvl/diabetes-mellitus/dm-therapie-1aufl vers4-lang.pdf (last accessed on 8 April 2019).
11.
Milde AS, Motsch J: Medikamenteninteraktionen für den Anästhesisten. Anaesthesist 2003; 52: 839–59 CrossRef MEDLINE
12.
DGAI, DGCH, DGIM: Präoperative Evaluation erwachsener Patienten vor elektiven, nicht herz-thoraxchirurgischen Eingriffen. Gemeinsame Empfehlung der DGAI, DGCH und DGIM. Anästh Intensivmed 2017; 58: 349–64.
13.
Merck Serono GmbH: Packungsbeilage „Metforminhydrochlorid 500 und 1000 mg“. Stand: 2015.
14.
Boehringer Ingelheim Lilly: Gebrauchsinformation Empagliflozin (Jardiance®) 10 und 25 mg: Information für Patienten. Stand: 2017.
15.
Waurick K, Riess H, Van Aken H, Kessler P, et al.: Rückenmarksnahe Regionalanästhesien und Thrombembolieprophylaxe/antithrombotische Medikation. 3. überarbeitete Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin. Stand: Juli 2014. https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/001-005l_S1_R%
C3%BCckenmarksnahe_Regionalan%
C3%A4sthesie_Thromboembolieprophyla xe_2015-01.pdf (last accessed on 9 April 2019).
16.
Bundesverband der Arzneimittelhersteller e. V.: Arzneimittelmarkt in Deutschland. Zahlen und Fakten. https://www.bah-bonn.de/bah/?type=565&file=redakteur_filesys tem%2Fpublic%2FBAH-Zahlenbroschue re-2015-web.pdf (last accessed on 9 April 2019).
17.
Bundes­ärzte­kammer: Arzneimittelkomission der deutschen Ärzteschaft – Aus der UAW-Datenbank: Zunahme von Spontanberichten über Metformin-assoziierte Laktazidosen. Dtsch Arztebl 2013; 110: a464.
18.
AstraZeneca GmbH, Boehringer Ingelheim Pharma GmbH: Risiko einer diabetischen Ketoazidose während der Behandlung mit SGLT-2-Inhibitoren. Informationsbrief vom Juli 2015. https://www.bfarm.de/SharedDocs/Risikoinformationen/Pharmakovigi lanz/DE/RHB/2015/info-sglt2.pdf?__blob=
publicationFile&v=8 (last accessed on
9 April 2019).
19.
AstraZeneca AB, Boehringer Ingelheim International GmbH, Janssen Cilag International NV: Aktualisierte Hinweise zum Risiko einer diabetischen Ketoazidose während der Behandlung mit SGLT-2 Inhibitoren.
Informationsbrief vom 14. März 2016. https://www.bfarm.de/SharedDocs/Downloads/DE/Arzneimittel/Pharmakovigilanz/Risikoinformationen/RI_rhb/2016/info-sglt2.pdf?
__blob=publicationFile&v=2 (last accessed 9 April 2019).
20.
European Medicines Agency (EMA): EMA confirms recommendations to minimise ketoacidosis risk with SGLT-2 inhibitors for diabetes. EMA/265224/2016. https://www.ema.europa.eu/en/news/ema-confirms-
recommendations-minimise-ketoacidosis-risk-sglt2-inhibitors-diabetes (last accessed on 9 April 2019).
21.
Holt S, Schmiedl S, Thürmann PA: Potenziell inadäquate Medikation für ältere Menschen: Die PRISCUS-Liste: Dtsch Arztbl 2010: 107: 543–51 VOLLTEXT
Empfehlungen im Umgang mit präoperativ und präanästhesiologisch bestehenden Dauermedikamenten
Empfehlungen im Umgang mit präoperativ und präanästhesiologisch bestehenden Dauermedikamenten
Tabelle
Empfehlungen im Umgang mit präoperativ und präanästhesiologisch bestehenden Dauermedikamenten
1.Schiff JH, Welker A, Fohr B, et al.: Major incidents and complications in otherwise healthy patients undergoing elective procedures: results based on 1.37 million anaesthetic procedures. Br J Anaesth 2014; 113: 109–21 CrossRef MEDLINE
2.Gottschalk A, Van Aken H, Zenz M, Standl T: Is anesthesia dangerous? Dtsch Arztebl Int 2011; 108: 469–74 VOLLTEXT
3.Vollmer MK, Rhee TS, Rigby M, et al.: Modern inhalation anesthetics: potent green house gases in the atmosphere. Geophys Res Lett 2015; 42: 1606–11 CrossRef
4.Lotz C, Kehl F: Volatile anesthetic-induced cardiac protection: molecular mechanisms, clinical aspects, and interactions with nonvolatile agents. J Cardiothorac Vasc Anesth 2015; 29: 749–60 CrossRef MEDLINE
5.Sumpelmann R, Becke K, Brenner S, et al.: Perioperative intravenous fluid therapy in children: guidelines from the association of the Scientific Medical Societies in Germany. Paediatr Anaesth 2017; 27: 10–8 CrossRef MEDLINE
6.Devereaux PJ, Biccard BM, Sigamani A, et al.; Writing Committee for the vision Study investigators: Association of postoperative high-sensitivity troponin levels with myocardial injury and 30-day mortality among patients undergoing noncardiac surgery. JAMA 2017; 317: 1642–51.
7.Walsh M, Devereaux PJ, Garg AX, et al.: Relationship between intraoperative mean arterial pressure and clinical outcomes after noncardiac surgery: toward an empirical definition of hypotension. Anesthesiology 2013; 119: 507–15 CrossRefMEDLINE
8.Zwissler B: Empfehlungen von DGAI, DGIM, DGCH: Präoperative Evaluation erwachsener Patienten vor elektiven, nichtkardiochirurgischen Eingriffen. Kardiologe 2011, 5: 13–26 CrossRef
9.Gallwitz B, Siegel EG: Positionspapier der Deutschen Diabetes Gesellschaft zur Therapie des Diabetes mellitus im Krankenhaus (2. rev. Fassung, Mai 2017). https://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/fileadmin/Redakteur/Leitlinien/Praxisempfehlun gen/2017/Positionspapier_der_DDG_
zur_Therapie_des_DM_im_Krankenhaus_
2._revidierte_Fassung_Dreyer_2017_SV_
30052017.pdf (last accessed on 8 April 2019).
10.Bundes­ärzte­kammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF): Nationale Versorgungsleitlinie Therapie des Typ-2-Diabetes – Langfassung (1. Aufl., Version 4, zuletzt geändert Nov. 2014). https://www.leitlinien.de/mdb/downloads/nvl/diabetes-mellitus/dm-therapie-1aufl vers4-lang.pdf (last accessed on 8 April 2019).
11.Milde AS, Motsch J: Medikamenteninteraktionen für den Anästhesisten. Anaesthesist 2003; 52: 839–59 CrossRef MEDLINE
12.DGAI, DGCH, DGIM: Präoperative Evaluation erwachsener Patienten vor elektiven, nicht herz-thoraxchirurgischen Eingriffen. Gemeinsame Empfehlung der DGAI, DGCH und DGIM. Anästh Intensivmed 2017; 58: 349–64.
13.Merck Serono GmbH: Packungsbeilage „Metforminhydrochlorid 500 und 1000 mg“. Stand: 2015.
14.Boehringer Ingelheim Lilly: Gebrauchsinformation Empagliflozin (Jardiance®) 10 und 25 mg: Information für Patienten. Stand: 2017.
15.Waurick K, Riess H, Van Aken H, Kessler P, et al.: Rückenmarksnahe Regionalanästhesien und Thrombembolieprophylaxe/antithrombotische Medikation. 3. überarbeitete Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin. Stand: Juli 2014. https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/001-005l_S1_R%
C3%BCckenmarksnahe_Regionalan%
C3%A4sthesie_Thromboembolieprophyla xe_2015-01.pdf (last accessed on 9 April 2019).
16.Bundesverband der Arzneimittelhersteller e. V.: Arzneimittelmarkt in Deutschland. Zahlen und Fakten. https://www.bah-bonn.de/bah/?type=565&file=redakteur_filesys tem%2Fpublic%2FBAH-Zahlenbroschue re-2015-web.pdf (last accessed on 9 April 2019).
17.Bundes­ärzte­kammer: Arzneimittelkomission der deutschen Ärzteschaft – Aus der UAW-Datenbank: Zunahme von Spontanberichten über Metformin-assoziierte Laktazidosen. Dtsch Arztebl 2013; 110: a464.
18.AstraZeneca GmbH, Boehringer Ingelheim Pharma GmbH: Risiko einer diabetischen Ketoazidose während der Behandlung mit SGLT-2-Inhibitoren. Informationsbrief vom Juli 2015. https://www.bfarm.de/SharedDocs/Risikoinformationen/Pharmakovigi lanz/DE/RHB/2015/info-sglt2.pdf?__blob=
publicationFile&v=8 (last accessed on
9 April 2019).
19.AstraZeneca AB, Boehringer Ingelheim International GmbH, Janssen Cilag International NV: Aktualisierte Hinweise zum Risiko einer diabetischen Ketoazidose während der Behandlung mit SGLT-2 Inhibitoren.
Informationsbrief vom 14. März 2016. https://www.bfarm.de/SharedDocs/Downloads/DE/Arzneimittel/Pharmakovigilanz/Risikoinformationen/RI_rhb/2016/info-sglt2.pdf?
__blob=publicationFile&v=2 (last accessed 9 April 2019).
20.European Medicines Agency (EMA): EMA confirms recommendations to minimise ketoacidosis risk with SGLT-2 inhibitors for diabetes. EMA/265224/2016. https://www.ema.europa.eu/en/news/ema-confirms-
recommendations-minimise-ketoacidosis-risk-sglt2-inhibitors-diabetes (last accessed on 9 April 2019).
21.Holt S, Schmiedl S, Thürmann PA: Potenziell inadäquate Medikation für ältere Menschen: Die PRISCUS-Liste: Dtsch Arztbl 2010: 107: 543–51 VOLLTEXT

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #784996
David Czock
am Montag, 19. August 2019, 10:41

Absetzen von Metformin

Das Absetzen von Metformin bereits 48 h vor einer Operation ist mitterweile nicht mehr vorgeschrieben.
Laut aktueller Zulassung heißt es
"Metformin muss zur Zeit einer Operation unter Allgemein-, Spinal- oder Epiduralanästhesie abgesetzt werden. Die Therapie darf nicht früher als 48 Stunden nach der Operation oder nach Wiederaufnahme der oralen Ernährung und nur dann wieder aufgenommen werden, wenn die Nierenfunktion erneut kontrolliert wurde und sich als stabil erwiesen hat."
Avatar #702724
w58300
am Sonntag, 11. August 2019, 17:06

In der Kürze liegt nicht immer die Würze

1. Homöostase = Gleichgewicht; Euhomöostase = Gleich/Gleichgewicht

2. Die "Pausenlänge" der NOAKs erfolgt in Abhängigkeit von ihrer Dosierung

3. Ebenso erfolgt die Pausierung der Antihypertonika differenziert anhand ihrer Indikation (Herzinsuffizienz/art. Hypertonie) sowie Art des Eingriffs (Ausmaß der Volumenverschiebung); Ca- Antagonisten werden in der Regel weitergegeben
Avatar #86493
dresjung
am Sonntag, 11. August 2019, 12:41

Hypotonie bei Anästhesie unter ACE-Hemmer oder AT1-Rezeptorblocker

Diese Problematik ist leider vielen Anästhesisten nicht bekannt. Sie sollte deutlicher kommuniziert werden, auch unter den Hausärzten ist dies leider nicht bekannt genug.
Ich habe leider letztes Jahr anläßlich der OP meiner Spinalkanalstenosen über mehrere Etagen an einer Uniklinik (!) diesbezüglich sehr negative Erfahrungen gemacht.
Auf meine mehrfache Nachfrage präoperativ wurde mir ausdrücklich versichert, dass ich sowohl mein Diuretikum wie auch meinen AT1-Rezeptor-Blocker unbedingt vor der OP einnehmen soll.
Statt postoperativ nach 3-4 Stunden wieder auf Station zu sein wurde ich nach 8 Stunden im Aufwachraum wach. Dort erklärte man mir, dass ich mit RR-Werten die systolisch unter 100 mgHG lagen selbstverständlich nicht auf die Normalstation verlegt werden könnte.
Meinen Ehemann, ebenfalls Arzt, hatte man mittags ohne Begründung weggeschickt. Bei Entlassung nach 5 Tagen erwähnte die ausführende Anästhesistin in Nebensatz etwas von niedrigen Blutdruckwerten. Auf meine Nachfrage, ob ich bei eventuell notwendigen erneuten Eingriffen nicht doch besser auf meine RR-Medikation verzichten sollte, hieß es nur: Auf keinen Fall!
Beim Erhält der Rechnung des Chefanästhesisten 4 Monate später stolperte ich über die Position: Gabe von Adrenalin/Noradrenalin, 4 mal (!) .
Auf meine telefonische Nachfrage in der Abteilung erhielt ich die gleiche Aussage wie bei meiner Entlassung. Immerhin bekam ich auf mein Drängen eine Kopie des Anästhesieprotokolls ausgehändigt.
Bei der Vorbereitung zur nächsten OP im Frühjahr dieses Jahres, in einem anderen Krankenhaus hier am Ort, erwähnte ich bei meiner Vorstellung die Probleme. Der sofort hinzugerufene Anästhesist sah sich das Protokoll und meinen Anamnesebogen an und war gleich im Bild. Diese OP verlief problemlos und die Schwindelattacken unter denen ich im Vorjahr mehrere Wochen postoperativ gelitten habe blieben bei Verwendung derselben Narkotika dieses Jahr erfreulicherweise aus.
Damit die Patienten präoperativ auch von ihren Hausärzten und besonders bei ambulanten Operationen entsprechend instruiert werden können, sollte das Management der Begleitmedikation bei Anästhesie mehr in den Focus gestellt werden . Über das Absetzen von Metformin und ASS weiß inzwischen doch fast jeder Patient Bescheid.
Themen:

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema