ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2019Patientenbrief verbessert Gesundheitskompetenz

ÄRZTESTELLEN: Kurz notiert

Patientenbrief verbessert Gesundheitskompetenz

Dtsch Arztebl 2019; 116(31-32): [4]

Glöser, Sabine

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Foto: SARINYAPINNGAM/istockphoto.com
Foto: SARINYAPINNGAM/istockphoto.com

Patientenbriefe verbessern das Verständnis ärztlicher Informationen und stärken die Gesundheitskompetenz der Patienten. Diese verstehen ihre Diagnosen, Untersuchungen und Medikationspläne besser und gewinnen dadurch Sicherheit im Umgang mit ihrer Erkrankung und Behandlung. Zu diesem Schluss kommt ein Forschungsprojekt des gemeinnützigen Unternehmens „Was hab’ ich?“.

Von November 2015 bis April 2018 erhielten 2 500 Patienten der Abteilung Innere Medizin der Paracelsus-Klinik in Bad Ems zusätzlich zum ärztlichen Entlassbrief einen Patientenbrief. Er enthielt leicht verständliche Informationen über das jeweilige Krankheitsbild, Untersuchungen, Behandlungen und Medikationsplan. Je nachdem, ob die Studienteilnehmer der Interventions- oder der Kontrollgruppe zugeordnet waren, bekamen sie vor oder nach dem Versand des Patientenbriefs einen Fragebogen zugeschickt. 417 beantwortete Fragebögen flossen in die Auswertung ein.

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Den Ergebnissen zufolge trifft der Patientenbrief auf eine große Akzeptanz. So bewerteten die Studienteilnehmer ihn als verständlich, informativ und hilfreich. Auch hat er dem Unternehmen zufolge Unsicherheiten nach dem Klinikaufenthalt reduziert und zudem dazu beigetragen, dass sich die Patienten von der Klinik besser unterstützt und rücksichtsvoller behandelt fühlten. Sie würden das Krankenhaus daher auch häufiger weiterempfehlen.

Um künftig alle Patienten nach einem Kranken­haus­auf­enthalt mit einem verständlichen Entlassbrief versorgen zu können, müsse der Patientenbrief massentauglich werden. Dazu hat das Unternehmen bereits eine Software entwickelt, die individuelle Patientenbriefe automatisch anhand der Daten im Krankenhausinformationssystem erstellen kann. Sie soll an jeder Klinik eingesetzt werden können – ohne Mehrbelastung für Ärzte. „Unser Ziel ist es, in naher Zukunft alle Patienten mit einem Patientenbrief zu versorgen. Er sollte selbstverständlicher Bestandteil eines jeden Entlassprozesses sein“, sagte der Geschäftsführer von „Was hab’ ich?“, Ansgar Jonietz. sg

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