ArchivDeutsches Ärzteblatt PP8/2019Gesundheitsreport: Fehltage wegen psychischer Erkrankungen nehmen zu

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Gesundheitsreport: Fehltage wegen psychischer Erkrankungen nehmen zu

PP 18, Ausgabe August 2019, Seite 342

dpa; KNA; Maybaum, Thorsten

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In den vergangenen 20 Jahren hat sich die Zahl der Fehltage von Arbeitnehmern aufgrund von psychischen Erkrankungen mehr als verdreifacht. Das geht aus dem DAK-Psychoreport 2019 hervor. Allein im vergangenen Jahr waren davon 2,2 Millionen Menschen betroffen.

Nach dem Report erreichten die Krankschreibungen von Arbeitnehmern aufgrund von psychischen Erkrankungen im Jahr 2017 mit 250 Fehltagen pro 100 Versicherte einen Höchststand. 2018 gingen sie erstmals leicht um 5,6 Prozent auf 236 Fehltage pro 100 Versicherte zurück. Psychische Störungen lagen damit im vergangenen Jahr bundesweit auf dem dritten Platz der Krankheitsarten.

Am häufigsten fehlen Arbeitnehmer mit der Diagnose Depression. 2018 gingen demnach 93 Fehltage je 100 Versicherte auf das Konto von Depressionen, bei den Anpassungsstörungen waren es 51. Auf Platz drei rangierten neurotische Störungen mit 23 Fehltagen und Angststörungen mit 16 Fehltagen. Dagegen verlor laut der Studie die Zusatzdiagnose Burn-out im Krankheitsgeschehen seit 2012 deutlich an Bedeutung. So halbierte sich die Anzahl der Fehltage in den vergangenen sechs Jahren nahezu. Frauen waren 2018 knapp doppelt so oft wegen psychischer Probleme krankgeschrieben wie ihre männlichen Kollegen.

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Zur Aussagekraft der Daten gibt es verschiedene Bewertungen. „Vor allem beim Arzt-Patienten-Gespräch sind psychische Probleme heutzutage kein Tabu mehr“, sagte der DAK-Vorstandschef Andreas Storm. Deshalb werde auch bei Krankschreibungen offener damit umgegangen. Diese Einschätzung wird von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) geteilt. Unumstritten sei, dass die Enttabuisierung psychischer Erkrankungen einen wesentlichen Anteil am Anstieg der Krankmeldungen habe. dpa/kna/may

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