ArchivDeutsches Ärzteblatt PP8/2019Versorgung von Geflüchteten: Traumatisierte warten rund sieben Monate auf Therapie

AKTUELL

Versorgung von Geflüchteten: Traumatisierte warten rund sieben Monate auf Therapie

PP 18, Ausgabe August 2019, Seite 342

dpa

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Für psychisch kranke Geflüchtete stehen bundesweit 53 spezialisierte Behandlungszentren bereit. Foto: Paolese/stock.adobe.com
Für psychisch kranke Geflüchtete stehen bundesweit 53 spezialisierte Behandlungszentren bereit. Foto: Paolese/stock.adobe.com

Die Bundesregierung unterstützt bundesweit 53 Behandlungszentren für traumatisierte Geflüchtete und Folteropfer. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor. Trotz dieser Unterstützung mussten Betroffene im Jahr 2017 im Schnitt 7,3 Monate auf einen Therapieplatz warten. Wie die Bundesweite Arbeitsgemeinschaft der psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer (BAfF) auf Anfrage mitteilte, lag die durchschnittliche Wartezeit im Jahr 2016 noch bei sechs Monaten. Die Daten für 2018 liegen noch nicht vor.

Die Mehrheit der 41 Zentren, die der Bundesarbeitsgemeinschaft angehören, waren in den Jahren 1990 bis 2014 gegründet worden. Seit der Flüchtlingskrise von 2015 kamen 13 weitere Behandlungszentren hinzu. Nach Angaben der BAfF sind Landesmittel für die Finanzierung der Zentren im Regelfall wichtiger als die Hilfe vom Bund. Im Schnitt liegt der Anteil der Gelder vom Land bei 35 Prozent. Die Bundesförderung, die es erst seit 2016 gibt, macht im Durchschnitt einen Anteil von 12,5 Prozent aus.

Anzeige

Dazu, wie viele Geflüchtete seit 2015 eine Psychotherapie in Anspruch genommen haben, liegen der Bundesregierung keine Erkenntnisse vor. In den BAfF-Zentren waren 2017 rund 21 400 Flüchtlinge und Folteropfer behandelt worden. Im vergangenen Jahr dürfte die Zahl noch etwas höher gelegen haben. dpa

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema