ArchivDeutsches Ärzteblatt PP8/2019Soziale Medien: Selfies führen zu Unzufriedenheit mit Aussehen

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Soziale Medien: Selfies führen zu Unzufriedenheit mit Aussehen

PP 18, Ausgabe August 2019, Seite 374

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Viele Menschen stellen Fotos von sich (Selfies) ins Internet und lesen anschließend die Kommentare anderer Nutzer zu den Fotos. Diese Beschäftigung kann dazu führen, dass man unzufrieden mit seinem Aussehen wird. Zu diesem Ergebnis kamen australische Psychologen um Alexandra Rhodes Lonergan von der Macquarie University in Sydney (Australien), nachdem sie 184 australische Männer und Frauen im Alter zwischen 17 und 40 Jahren befragt hatten. Die Autoren fanden heraus, dass es einen wechselseitigen Zusammenhang zwischen dem Posten von Selfies und der Unzufriedenheit mit dem Aussehen gibt. Einerseits verändern Menschen, die mit ihrem Aussehen nicht zufrieden sind, ihre Fotos und wählen diejenigen aus, auf denen sie besonders vorteilhaft erscheinen, um den Betrachtern ein optimiertes Bild von sich zu bieten. Andererseits kann die Manipulation von Fotos dazu führen, dass man mit sich noch unzufriedener wird, weil man meint, es nötig zu haben, die Fotos zu verbessern. „Verstärkt wird dieser Zusammenhang durch die Sorge darüber, dass sich andere negativ über die Fotos äußern könnten“, so die Autoren. Unterschiede zwischen den Geschlechtern konnten in dieser Hinsicht nicht gefunden werden.

Rhodes Lonergan und Kollegen interessierte darüber hinaus, ob eine verständnisvolle und akzeptierende Sicht auf sich selbst das Problem entschärfen könnte, was allerdings nicht der Fall war. Sie fordern, dass protektive Faktoren und Coping-Maßnahmen gefunden und entwickelt werden, die Internetnutzern dabei helfen, mit Körper- und Aussehensidealen im Internet umzugehen, ohne von Minderwertigkeitsgefühlen und Unzufriedenheit mit dem eigenen Aussehen erfasst zu werden. ms

Rhodes Lonergan A, Bussey K, Mond J, Brown O, Griffiths S, Murray SB, Mitchison D: Me, my selfie, and I: The relationship between editing and posting selfies and body dissatisfaction in men and women. Body Image 2019; 28 (1): 39–43.

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