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Wir danken den Berliner Kollegen für ihre Anmerkungen und Ergänzungen zu unserem Artikel (1).

In der Tat spiegelt die zitierte Schweriner Studie (2) nur einen engen geografischen Raum wider und ist daher nicht repräsentativ für Gesamtdeutschland. Leider gibt es so gut wie keine weiteren epidemiologischen Studien zur Prävalenz des Madenwurmbefalls in Deutschland, um ein genaueres Bild zeichnen zu können. In unsere Beurteilung der historischen Entwicklung der Befallsraten ist auch der persönliche klinische Eindruck aus der mitunter jahrzehntelangen Ambulanztätigkeit eingeflossen. Aktuelle (flächendeckende) Prävalenzstudien sind dringend wünschenswert. Die lokal gehäuften Nachweisraten in der Berliner Studie (3) sollten auch nicht so zu verstehen gewesen sein, dass es 2007–2017 innerhalb von Berlin einzelne Bezirke mit vermehrten Nachweisraten gab, sondern dass es im gesamten Großraum Berlin zu einer Zunahme der Nachweisraten gekommen ist.

Dankend nehmen wir auch die Ergänzung zur Pathogenese des Juckreizes an, bei der die Ei-Antigene als hauptsächliche Verursacher postuliert werden, und weniger die Wurmbewegungen verantwortlich sein sollen. Das erscheint uns auch plausibel, lässt sich jedoch aktuell mit keiner Studie untermauern.

Möglicherweise wird die Wurmcuticula seltener durch intensives Kratzen mit Fingernägeln zerstört (wobei auch die Epidermis erodiert werden kann [Kratzspuren]), als bisher angenommen. Es gibt zur Elastizität der Enterobius-Cuticula unseres Wissens nach leider keine experimentellen Prüfungen.

Pyrviniumembonat ist bei Schwangeren nach Nutzen-Risiko-Abwägung unter sorgfältiger Überwachung eine Behandlungsoption. Vergleichsstudien zu Mebendazol bei Enterobiose in der Schwangerschaft gibt es keine.

Nochmals betont werden sollte auch, dass in dem von uns vorgeschlagenen Pulsschema zur Behandlung des chronisch rezidivierenden Madenwurmbefalls nach Abschluss der Initialtherapie eine Mebendazol-Einmalgabe alle 14 Tage ausreicht.

DOI: 10.3238/arztebl.2019.0561b

Für die Autoren
Dr. med. Sebastian Wendt
Prof. Dr. med. Arne C. Rodloff
Prof. Dr. med. Christoph Lübbert, DTM&H
Interdisziplinäres Zentrum für Infektionsmedizin (ZINF)
Klinik und Poliklinik für Gastroenterologie
Bereich Infektions- und Tropenmedizin
Universitätsklinikum Leipzig, AöR
christoph.luebbert@medizin.uni-leipzig.de

Interessenkonflikt

Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Wendt S, Trawinski H, Schubert S, Rodloff AC, Mössner J, Lübbert C: The diagnosis and treatment of pinworm infection. Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 213–9 VOLLTEXT
2.
Gauert B: Eine vergleichende Untersuchung über Vorkommen und Verbreitung von Intestinalparasiten in Kindertagesstätten der Landeshauptstadt Schwerin. Gesundheitswesen 1998; 60: 301–6.
3.
Friesen J, Bergmann C, Neuber R, et al.: Detection of Enterobius vermicularis in greater Berlin, 2007–2017: seasonality and increased frequency of detection. Eur J Clin Microbiol Infect Dis 2019; 38: 719–23 CrossRef MEDLINE
1.Wendt S, Trawinski H, Schubert S, Rodloff AC, Mössner J, Lübbert C: The diagnosis and treatment of pinworm infection. Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 213–9 VOLLTEXT
2.Gauert B: Eine vergleichende Untersuchung über Vorkommen und Verbreitung von Intestinalparasiten in Kindertagesstätten der Landeshauptstadt Schwerin. Gesundheitswesen 1998; 60: 301–6.
3.Friesen J, Bergmann C, Neuber R, et al.: Detection of Enterobius vermicularis in greater Berlin, 2007–2017: seasonality and increased frequency of detection. Eur J Clin Microbiol Infect Dis 2019; 38: 719–23 CrossRef MEDLINE

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