ArchivDeutsches Ärzteblatt33-34/2019Dressler-Syndrom bei Vorderwandinfarkt nach traumatischer Koronardissektion

MEDIZIN: Der klinische Schnappschuss

Dressler-Syndrom bei Vorderwandinfarkt nach traumatischer Koronardissektion

Dressler syndrome in anterior wall infarction following traumatic coronary artery dissection

Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 562; DOI: 10.3238/arztebl.2019.0562

Dreger, Henryk; Haug, Marcel; Möckel, Martin

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Ein 36-jähriger Arzt stellte sich mit Schmerzen zwischen den Schulterblättern nach Sturz auf den Rücken beim Trampolinspringen in unserer Notaufnahme vor. Nach radiologischem Ausschluss knöcherner Traumafolgen wurde der Patient nach Hause entlassen. Zwei Wochen darauf kam der Patient erneut in unsere Notaufnahme, diesmal mit Leistungsminderung, Fieber bis 39,3°C sowie atemabhängigen thorakalen Schmerzen. Laborchemisch fanden sich erhöhte Entzündungsparameter (Leukozyten 16,9/nL, C-reaktives Protein [CRP] 159 mg/L). Echokardiografisch und in der Computertomografie imponierten morphologisch ein Perikarderguss von 3 cm sowie ein linksventrikulärer Thrombus bei apikaler Hypokinesie. Nach Entlastung des serösen Perikardergusses konnte in einer Herzkatheteruntersuchung eine traumatische Dissektion des Ramus interventricularis anterior mit älteren Thromben nachgewiesen werden, die mittels Stentimplantation behandelt wurde. Unter antiphlogistischer Therapie normalisierten sich die Entzündungsparameter. Der Patient wurde nach zwei Wochen mit moderater Belastungsdyspnoe entlassen. Beim Dressler-Syndrom handelt es sich um eine heute seltene, autoimmunvermittelte Perikarditis, die in der Ära vor modernen Reperfusionstherapien bei circa 3 % aller Infarktpatienten einige Wochen nach einer Myokardschädigung beobachtet wurde.

a) Axiale Schicht der Kontrastmittel-gestützten Computertomografie mit serösem Perikarderguss (20 HU) und linksventrikulärem Spitzenthrombus (Pfeilspitzen). b) Koronarangiografie (posterior-anterior caudal) mit langstreckiger Lumeneinengung des Ramus interventricularis anterior (Pfeilspitzen). Links unten: Koronardissektion als Folge des stumpfen Thoraxtraumas in der optischen Kohärenztomografie (OCT).
a) Axiale Schicht der Kontrastmittel-gestützten Computertomografie mit serösem Perikarderguss (20 HU) und linksventrikulärem Spitzenthrombus (Pfeilspitzen). b) Koronarangiografie (posterior-anterior caudal) mit langstreckiger Lumeneinengung des Ramus interventricularis anterior (Pfeilspitzen). Links unten: Koronardissektion als Folge des stumpfen Thoraxtraumas in der optischen Kohärenztomografie (OCT).
Abbildung
a) Axiale Schicht der Kontrastmittel-gestützten Computertomografie mit serösem Perikarderguss (20 HU) und linksventrikulärem Spitzenthrombus (Pfeilspitzen). b) Koronarangiografie (posterior-anterior caudal) mit langstreckiger Lumeneinengung des Ramus interventricularis anterior (Pfeilspitzen). Links unten: Koronardissektion als Folge des stumpfen Thoraxtraumas in der optischen Kohärenztomografie (OCT).

Prof. Dr. med. Henryk Dreger, Dr. med. Marcel Haug,
Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Kardiologie und Angiologie, Campus Charité Mitte, Charité – Universitätsmedizin Berlin, henryk.dreger@charite.de

Prof. Dr. med. Martin Möckel, Arbeitsbereich Notfall- und Akutmedizin, Campus Virchow-Klinikum und Campus Charité Mitte, Charité – Universitätsmedizin Berlin

Interessenkonflikt: Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Zitierweise: Dreger H, Haug M, Möckel M: Dressler syndrome in anterior wall infarction following traumatic coronary artery dissection.
Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 562. DOI: 10.3238/arztebl.2019.0562

►Vergrößerte Abbildung und englische Übersetzung unter: www.aerzteblatt.de

a) Axiale Schicht der Kontrastmittel-gestützten Computertomografie mit serösem Perikarderguss (20 HU) und linksventrikulärem Spitzenthrombus (Pfeilspitzen). b) Koronarangiografie (posterior-anterior caudal) mit langstreckiger Lumeneinengung des Ramus interventricularis anterior (Pfeilspitzen). Links unten: Koronardissektion als Folge des stumpfen Thoraxtraumas in der optischen Kohärenztomografie (OCT).
a) Axiale Schicht der Kontrastmittel-gestützten Computertomografie mit serösem Perikarderguss (20 HU) und linksventrikulärem Spitzenthrombus (Pfeilspitzen). b) Koronarangiografie (posterior-anterior caudal) mit langstreckiger Lumeneinengung des Ramus interventricularis anterior (Pfeilspitzen). Links unten: Koronardissektion als Folge des stumpfen Thoraxtraumas in der optischen Kohärenztomografie (OCT).
Abbildung
a) Axiale Schicht der Kontrastmittel-gestützten Computertomografie mit serösem Perikarderguss (20 HU) und linksventrikulärem Spitzenthrombus (Pfeilspitzen). b) Koronarangiografie (posterior-anterior caudal) mit langstreckiger Lumeneinengung des Ramus interventricularis anterior (Pfeilspitzen). Links unten: Koronardissektion als Folge des stumpfen Thoraxtraumas in der optischen Kohärenztomografie (OCT).

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