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Wir danken Dr. Rott für seinen Diskussionsbeitrag bezüglich der Indikation zur Videothorakoskopie (VAT) beim Lungenrundherd. Die chirurgische Abklärung beim malignomsuspekten isolierten Lungenrundherd wurde in der ersten S3-Leitlinie (2010) empfohlen (Empfehlungsgrad A). Bei funktioneller Operabilität sollte auf eine transthorakale Punktion verzichtet werden (Empfehlungsgrad B). Leider wurde das Kapitel zum Lungenrundherd in der neuen Leitlinie (2018) nicht aktualisiert.

Die in unserer Studie (1) festgelegten Ausschlusskriterien beziehen sich auf die zu evaluierende neue OP-Methode ohne Pleuradrainage. Sie stellen keine Limitationen für die herkömmliche VAT mit Pleuradrainage dar.

Der Meinung von Dr. Rott, dass sich die thorakoskopische Lungenbiopsie nur auf Fälle von Lungenrundherden beschränken sollte, die nach wiederholter CT-kontrollierter Biopsie (CT, Computertomografie) diagnostisch weiter unklar bleiben, können wir nicht zustimmen. Die VAT ermöglicht eine sofortige und definitive Diagnose in 96–100 % der Fälle. Weitere Vorteile gegenüber den nichtchirurgischen Biopsieverfahren sind: keine Verzögerung der Diagnosesicherung, sofortige definitive und onkologisch radikale Therapie (endoskopische Segment- oder Lobektomie bei Malignität in gleicher Sitzung), ausreichend Gewebe zur histologischen Untersuchung und Molekulardiagnostik sowie Vermeidung von Komplikationen der nichtchirurgischen Biopsieverfahren. In diesem Sinne wird auch in den Guidelines des National Comprehensive Cancer Network (NCCN) (Version 5.2019) empfohlen, bei Patienten mit einem malignomsuspekten Lungenherd auf eine nichtchirurgische Biopsie zu verzichten.

Die Komplikationen nach CT-gestützter Lungenbiopsie beschränken sich nicht nur auf den Pneumothorax, auch eine intrapulmonale Blutung, Hämatothorax oder Luftembolie können auftreten. Die Komplikationsrate liegt bei circa 34 %, wobei lebensbedrohliche Komplikationen in circa 6 % der Fälle vorkommen (2). Sie liegt somit über der Komplikationsrate nach videothorakoskopischer Lungengewebeentnahme (3). Des Weiteren ist die Hälfte aller nichtdiagnostischen („negativen“) Biopsien falschnegativ bei einem Malignom (2).

DOI: 10.3238/arztebl.2019.0563b

Für die Autoren

PD Dr. med. Thomas Lesser
Klinik für Thorax- und Gefäßchirurgie
Lungenkrebszentrum DKG
SRH Wald-Klinikum Gera
Thomas.Lesser@srh.de

Interessenkonflikt
Die Autoren beider Beiträge erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Lesser T, Doenst T, Lehmann T, Mukdessi J: Lung biopsy without pleural drainage—a randomized study of a commonly performed video-thoracoscopic procedure. Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 329–34 VOLLTEXT
2.
Fontaine-Delaruelle C, Souquet PJ, Gamondes D, et al.: Negative predictive value of transthoracic core-needle biopsy: a multicenter study. Chest 2015; 148: 472–80 CrossRef MEDLINE
3.
Imperatori A, Rotolo N, Gatti M, et al.: Peri-operative complications of video-assisted thoracoscopic surgery. Int J Surg 2008; 6(Suppl 1): S78–81 CrossRef MEDLINE
1.Lesser T, Doenst T, Lehmann T, Mukdessi J: Lung biopsy without pleural drainage—a randomized study of a commonly performed video-thoracoscopic procedure. Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 329–34 VOLLTEXT
2.Fontaine-Delaruelle C, Souquet PJ, Gamondes D, et al.: Negative predictive value of transthoracic core-needle biopsy: a multicenter study. Chest 2015; 148: 472–80 CrossRef MEDLINE
3.Imperatori A, Rotolo N, Gatti M, et al.: Peri-operative complications of video-assisted thoracoscopic surgery. Int J Surg 2008; 6(Suppl 1): S78–81 CrossRef MEDLINE

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